Viele Menschen glauben noch immer, Motivation habe etwas mit Begabung zu tun. Mit Talent. Mit „Ich kann das oder ich kann das nicht“. Dieses Denken ist bequem und zugleich lähmend. Denn es erzeugt ein …
Die Vorstellung, dass es so etwas wie die eine „richtige“ Körperhaltung gibt, hält sich erstaunlich hartnäckig. Über Jahrzehnte hinweg wurde vermittelt, dass ein aufrechter Rücken, zurückgezogene Schultern und eine bestimmte Ausrichtung des Körpers gleichbedeutend …
Der Titel mag provokant klingen, aber die Kernaussage dieses Textes ist revolutionär einfach: Dein Gehirn ist in erster Linie nicht zum Denken da, sondern zum Überleben – genauer gesagt: zur energetischen Steuerung deines Körpers.
In der Suchtforschung galt lange eine scheinbar einfache Gleichung: Ein Reiz taucht auf, Verlangen entsteht und dieses Verlangen treibt den Konsum an. Die Formel „Cue → Craving → Konsum“ wirkt intuitiv, fast selbstverständlich. Sie …
Du kennst das: ein langer Arbeitstag, stundenlanges Stehen, vielleicht in unbequemen Schuhen. Oder umgekehrt: zu viel Sitzen, starr auf den Bildschirm gerichtet, wie eingefroren. Beides fordert seinen Preis. Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, ein Ziehen in den …
Ich stehe auf und strecke mich. Ich mache mir einen Kaffee. Ich frühstücke mit jemandem. Ich gehe ein paar Schritte hinaus, in den Morgen, vielleicht genau zum Sonnenaufgang. Kleine Handlungen. Fast unscheinbar. Dennoch! Jede …
Wenn wir von Komplexität sprechen, meinen wir nicht einfach „viel“ oder „kompliziert“. Komplexität beschreibt Systeme, die aus vielen miteinander verbundenen Elementen bestehen, sich gegenseitig beeinflussen, nicht-linear funktionieren und sich fortwährend selbst organisieren. Der menschliche …
Sucht beginnt selten mit einer Entscheidung und endet noch seltener mit einer. Viele Menschen rauchen, obwohl sie längst spüren, dass es ihnen nicht guttut. Sie nehmen sich vor aufzuhören, vielleicht mehrmals, und finden sich …
Warum könnte kohärentes Atmen die depressive Verengung öffnen? Das wollen wir uns hier mal näher ansehen. In einer Welt, die sich permanent beschleunigt, wird der Mensch zunehmend zum atmenden Defizit. Er verliert den Rhythmus, …
Was hält uns lebendig? Was schenkt uns Lebensfreude, Selbstvertrauen und das Gefühl, am Leben teilzuhaben? Für viele ältere Menschen liegt die Antwort näher, als man denkt: Bewegung. Dabei geht es nicht um Leistung, Fitness …
Die TRE-Methode (Tension & Trauma Releasing Exercises) von David Berceli nutzt Zittern, aber es ist nicht ganz dasselbe wie das Zittern bei Kälte oder beim Muskelversagen, auch wenn es äußerlich ähnlich aussieht. Was sind …
Manchmal muss man den Frieden stören, um ihn echt werden zu lassen. Abgrenzung ist nicht nur ein Verhalten, sie ist eine Haltung. Und diese Haltung wird oft von etwas Unsichtbarem unterwandert, unseren inneren Glaubenssätzen. …
Im vorherigen Artikel schrieb ich über das Seufzen als physiologischen „Reset-Mechanismus“ – von der lebenswichtigen Belüftung unserer Lungenbläschen bis hin zur tief verankerten neuronalen Steuerung im Hirnstamm, die unser autonomes Nervensystem stabilisiert und Zustandswechsel …
Wir seufzen ständig, oft unbemerkt. Nach einem langen Tag. In stressigen Momenten. Oder wenn plötzlich Erleichterung eintritt. Doch was passiert dabei eigentlich im Körper? Und warum kann ein einzelner Seufzer unser Nervensystem spürbar verändern? …
Unsere Welt ist komplex. Unser Körper ist komplex. Unser Nervensystem ist komplex. Auch Beziehungen, Organisationen oder Gesellschaften sind komplex. Komplexität bedeutet nicht einfach nur kompliziert. In der Wissenschaft beschreibt sie Systeme, die aus vielen …
Die Beziehung zwischen Atmung und Emotion gehört für mich zu einen der faszinierendsten Schnittstellen zwischen Körper und Psyche. Während es intuitiv nachvollziehbar ist, dass Angst den Atem beschleunigt oder Traurigkeit ihn verlangsamt, geht die …
Ich möchte mich in diesem Text für ein verkörpertes Verstehen der Welt aussprechen. Sinn ist kein abstraktes Konzept, das außerhalb von uns existiert. Er ist auch kein fixer Inhalt, der uns von außen vermittelt …
Weinen ist untrennbar mit interozeptiven Empfindungen verbunden: warme Tränen, verschwommene Sicht, ein Gefühl von Enge oder Öffnung, Verletzlichkeit und manchmal Erleichterung. Aus körperpsychotherapeutischer Perspektive lässt sich Weinen als ein Prozess verstehen, der tief in …
Rituale und ADHS? Auf den ersten Blick passt das vielleicht nicht ganz zusammen. ADHS wird oft mit Unruhe, Impulsivität und Schwierigkeiten in der Selbstorganisation verbunden, während Rituale eher für Wiederholung, Struktur und Verlässlichkeit stehen. …
Agency – auf Deutsch Urheberschaft – beschreibt das Gefühl, das eigene Leben mitgestalten zu können. Es bedeutet, nicht nur zu reagieren, sondern innerlich zu wissen: Ich bin beteiligt. Ich habe Einfluss. Diese Fähigkeit beginnt …
Die moderne Psychologie ist lange Zeit vom Primat des Denkens ausgegangen. In klassischen Theorien der Emotionsregulation, etwa von Lazarus (1991) oder Scherer et al. (2001), steht die Bewertung einer Situation im Vordergrund: Eine Emotion …
Menschsein. Es hat viel mit den Körper zu tun, auch mit dem Kopf. Aber, ich denke, ein Verstehen kann auch zwischen den Körpern entstehen. Wenn wir über das Denken sprechen oder an soziale Intelligenz …
Ich bin nicht genug. Es ist ein leiser Satz. Oft unhörbar. Und doch wirkt er tief. Ein Glaubenssatz, so subtil wie zerstörerisch. Einer, der uns antreibt, bis zur Erschöpfung. Einer, der Scham atmet. Einer, …
In den ersten beiden Teilen meiner Reihe habe ich beschrieben, dass “Bei sich sein” kein rein innerer Zustand ist, den man irgendwo in sich entdecken müsste. Es ist vielmehr eine körperliche Orientierung, ein Ankommen …
In diesem Artikel, welcher als der erste in dieser Kategorie fungieren soll, möchte ich näher auf die Interozeption eingehen. In manchen Artikeln über die Polyvagaltheorie, z.B. Was bedeutet Neurozeption? schrieb ich bereits über die …
Die Arbeit von Jaak Panksepp hat uns gezeigt, dass unsere Bedürfnisse tief in biologischen Affektsystemen wurzeln, in jenen lebendigen Kräften, die Bewegung, Bindung, Schutz und Neugier hervorbringen. Sie sind der innere Motor des Lebens, …
„Ich will lernen, Nein zu sagen.“ Wenn du diesen Satz ehrlich sagen kannst, hast du bereits die wichtigste Schwelle überschritten. Doch zwischen dem inneren Wunsch und dem tatsächlichen Tun liegt ein kleiner, entscheidender Weg. …
In einer Welt, die auf Handlung, Optimierung und Kontrolle ausgerichtet ist, wirkt der Gedanke, einfach nur präsent zu sein – ohne zu urteilen, ohne zu reagieren – fast subversiv. Und doch liegt in genau …
Manchmal stehe ich morgens auf und weiß nicht, was ich tun soll. Manchmal liege ich abends im Bett und fühle mich so einsam. Manchmal bin ich mitten unter Leuten und fühle mich nicht verbunden. …
Frühkindliches Lächeln ist mehr als ein niedlicher Moment. Es ist ein Prozess der sozialen Öffnung. Die Längsschnittstudie von Messinger, Fogel und Dickson (1999) zeigt eindrücklich, dass Lächeln bei Säuglingen oft nicht als entweder-oder auftreten, …
In diesem Artikel möchte ich näher auf Feldenkrais als eine polyvagale Praxis der Selbst- und Weltverbindung eingehen. Wenn wir aus dem Feldenkrais-Raum hinaustreten, kehren wir zurück in ein Leben voller Ecken, Kanten und flüchtiger …
Manchmal tut es gut, einfach liegen zu bleiben – auf einer Wiese, im eigenen Zimmer oder mitten im inneren Chaos. In einem stillen Moment zwischen Schulstress, Liebeskummer und dem Gefühl, überall gleichzeitig sein zu …
Während Antonio Damasio (letzter Artikel) aufzeigt, dass Gefühle untrennbar mit der Regulation des Körpers und damit mit der Aufrechterhaltung des Lebens verbunden sind, öffnet Jaak Panksepp den Blick auf die tiefer liegenden emotionalen Systeme, …
Kaffee begleitet viele von uns durch den Tag, sei es als Morgenritual, Energieschub oder kleine Auszeit zwischendurch. Doch hinter dem vertrauten Duft steckt eine der weltweit am häufigsten konsumierten psychoaktiven Substanzen, nämlich das Koffein. …
Atmen ist etwas ganz besonderes. Es hat doppelten Charakter. Ich atme und es passiert einfach so, die ganze Zeit und ich atme und achte darauf. Alan Watts (2000) bezieht sich auf Bogenschießen. Ich praktizierte …
Emotionen sind nicht nur innere Zustände, die im Kopf entstehen. Sie sind verkörpert, drücken sich durch Körperhaltung und Bewegung aus und können durch eben diese beeinflusst werden. Diese Erkenntnis eröffnet neue Möglichkeiten für die …
Kennst du das Gefühl, dass in deinem Kopf hundert Gedanken gleichzeitig herumschwirren, aber keiner so richtig greifbar ist? Du nimmst dir etwas vor, verlierst aber schon nach wenigen Minuten den Faden? Du willst dich …
Was, wenn jede Geschichte, die wir uns über uns selbst erzählen, nicht im Kopf beginnt, sondern im Körper? Was, wenn Narration weniger eine Entscheidung ist, sondern eine Form der Verkörperung, eine Art, wie unser …
In den bisherigen Teilen dieser Serie habe ich verschiedene Perspektiven auf menschliche Bedürfnisse beleuchtet: von Maslows hierarchischem Modell über Deci und Ryans Selbstbestimmungstheorie bis hin zu Laurence Hellers neuroaffektivem Ansatz (NARM), der den Körper …
Die Dissertation von Taryn McCann (2011) untersucht eine Frage, die für die therapeutische Arbeit mit TRE besonders spannend ist: Kann das neurogene Zittern, wie es Berceli beschreibt, die Lebensqualität nachhaltig verbessern? Die Studie ist …