5. März 2025

Aufstehen und dann?

Aufstehen und dann? Ja, genau dann! Was passiert dann? Da ist einer, ein Mensch, der Wecker klingelt. Der Wecker klingelt immerzu, Tag aus, Tag ein, und der Mensch steht auf. Nun steht er. Allerdings nicht im Leben. Er steht lediglich und macht und macht und macht, immerzu, immer gleich, bis es einen Knall gibt. Ein Gefühl macht sich breit. Ein Gefühl der Einsamkeit. Ein Gefühl der existenziellen Leere. Nun ist es passiert. Final. Die Kompensationen funktionieren nicht mehr. Die Masken sind gefallen. Die Schablonen, mit denen man die Welt betrachtet, sind lediglich Ballast. Nichts funktioniert mehr. Und das ist auch gut so, denn Menschen funktionieren nicht. Das haben sie noch nie getan. Maschinen funktionieren – und das hoffentlich ziemlich gut, abhängig auch vom Menschen, der sie geschaffen hat.

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4. März 2025

Angst, Autonomie, Wut und Grenzen

Angst, Autonomie, Wut und Grenzen sind zentrale Aspekte unseres Erlebens, die tief in unserer biologischen und psychologischen Struktur verankert sind. Obwohl sie auf den ersten Blick getrennte Phänomene zu sein scheinen, sind sie in Wirklichkeit eng miteinander verknüpft. Angst kann uns erstarren lassen oder zu einem tieferen Verständnis unserer eigenen Bedürfnisse führen. Autonomie gibt uns das Gefühl, unser Leben selbst zu gestalten. Wut ist eine natürliche Reaktion auf Verletzungen unserer Grenzen, und eben diese Grenzen sind essenziell für ein gesundes Miteinander. In diesem Artikel versuche ich verschiedene Perspektiven, insbesondere von Deci & Ryan, Gabor Maté, Joann Peterson sowie Stephen Porges, zusammen zu bringen und aufzuzeigen, wie diese Kräfte zusammenwirken.

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9. November 2024

Ich will mehr davon!

„Ich will immer mehr davon,“ dachte ich, als ich wieder einmal durch die Straßen schlenderte und diese besondere Atmosphäre nähe der Isar in München spürte. Da war er wieder, der Funken, der in mir entzündet wurde, ein leises, aber beständiges Gefühl, das sich in jedem Moment meiner Seele ein wenig mehr einnistete. Einnistete, in meinem Verlangen. Diese Art von Verlangen kannte ich, und vielleicht genau deshalb fühlte ich mich ihr so verbunden. Sie rief nach etwas, das tiefer lag – ein Verlangen, das ich noch nicht vollständig benennen konnte. Ich konnte nicht genau sagen, wann es angefangen hatte, aber es war klar, dass es nun immer mehr Raum einnahm. Das Leben hatte plötzlich eine neue Dimension bekommen, wenn auch eine triste Dimension. Die Farben, die Geräusche, sogar der Geruch der Luft waren intensiver, aber nicht lebendiger. Und diese Lebendigkeit rief in mir das Gefühl hervor, dass da noch so viel mehr war, und dann plötzlich, knallte wieder der Korken und ich setzte an. Der Tag hatte noch nicht begonnen und zugleich fühlte er sich schon wieder beendet an.

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31. Oktober 2024

In Verbindung sein: Angst – Sinn – Berührung

Byung-Chul Han schreibt gleich zu Beginn in seinem neuen Buch, “die Angst geht um wie ein Gespenst” (Han, 2024). Wir sind konfrontiert mit apokalyptischen Szenarien. Es scheint, als hätten diese Apokalypsen gerade Konjunktur. Angst sei auch ein beliebtes Herrschaftsmittel, denn es mache Menschen gehorsam und erpressbar. Und schließlich verschließe sie die Zugänge zu anderen Menschen. Doch so wie die Molluske nicht ohne Wasser leben kann, so kann auch der Mensch nicht ohne Menschen leben. Die Molluske vermag es 5 Stunden ohne Wasser schaffen, der Mensch vielleicht mehrere Monate ohne andere Menschen. Ob dies jetzt erstrebenswert ist, lasse ich hier mal offen. Denn was hier fehlt, ist Berührung.

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20. Oktober 2024

Angst als Ressource zum Gegenüber

Angst ist ein normales Gefühl und gehört zum Leben. Hat ein Mensch Angst, ist er wachsamer, mobilisiert seine Kräfte, schützt sich. Wenn die Angst nachlässt, kommt der Mensch zur Ruhe, Stresshormone klingen wieder ab. Stell dir doch mal vor, du schläfst nachts und plötzlich aus dem Nichts hörst du etwas, ein Geräusch an der Balkontür. Der Balkon ist gut zu erreichen, zu Fuß, für jedermann. Was tust du? Im Bett liegen bleiben oder aufstehen und nachsehen? Zum Aufstehen und Nachsehen braucht es Mut, den Gegenpol der Angst. Vielleicht braucht es anfangs viel Mut, wenn diese Situation noch nie vorher eingeübt wurde.

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25. September 2024

Nasenatmung, Gedächtnis und Angst

Atmen, etwas, was wir ständig tun, ohne darüber nachzudenken. Jetzt können wir über die Nase oder über den Mund atmen. Macht dies einen Unterschied? Das ist die Frage. Und welchen Unterschied? Hat die Nasenatmung Vorteile gegenüber der Mundatmung? Ist die Nasenatmung eventuell eine Wunderheilung?

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23. September 2024

Feldenkrais bei Fibromyalgie

Es scheint heute so zu sein, das chronische Schmerzerkrankungen zunehmen. Dazu zählen unter anderem Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und die Fibromyalgie. Manchmal steht die Schulmedizin dabei vor einer großen Herausforderung. Gerade dann wenn diese Schmerzen über einen längeren Zeitraum andauern, stellt sich die Frage, was nun zu tun ist. Diese Frage ist in der Tat nicht leicht zu beantworten, zumal sich andere Stressfaktoren aus der Biografie und dem sozialen Umfeld dazu gesellen. Auch wenn es nicht leicht zu beantworten ist, gibt es dennoch Annäherungen. Kann Feldenkrais eine Annäherung bei der Linderung der Fibromyalgie Symptome sein?

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17. Juni 2024

Pain Reprocessing Therapy

Chronische Schmerzen sind unheilbar. Davon geht man aus. Stop! Davon ging man aus. Alan Gordon, Howard Schubiner und Alon Ziv sehen dies ein wenig anders. Häufig versagen medizinische Behandlungen bei chronischen Schmerzzuständen. Alan Gordon (2022), Psychotherapeut und Gründer des Pain Psychology Center in Los Angeles, hat dazu ein sehr interessantes Buch geschrieben. In diesem Buch stellt er die Pain Reprocessing Therapy (PRT) dar. Eine Therapieform gegen chronische Schmerzen. Darum soll es in diesem Artikel gehen.

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8. April 2024

Lärm und Möglichkeiten damit umzugehen

Hast du schon mal eine Katze beobachtet, wie sie im Garten, auf einem Wiesenstück, oder im Hinterhof eines Hauses umherschleicht, beobachtend, ganz aufmerksam? Es mögen Geräusche anwesend sein, Wind, das Läuten einer Glocke, Verkehrslärm, der Gesang von Vögeln, doch die Katze bleibt ganz aufmerksam. Du näherst dich ihr an, sie sieht dich nicht, doch plötzlich trittst du auf etwas, was ein Geräusch macht. Die Katze zuckt ganz schnell zusammen, der Blick ist zu dir gerichtet, ihre Muskulatur spannt sich an, sie ist in Hab-Acht-Stellung. Du näherst dich der Katze nicht an, sondern lässt sie in Ruhe und beobachtest sie noch eine kurze Weile. Die Katze bemerkt eventuell, das von dir keine Gefahr ausgeht und macht nun folgendes: ihr ganzer Körper vibriert, sie zittert und schüttelt sich kurz und folgt weiterhin ihrer Tätigkeit, wie auch immer die nun aussehen mag. 

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8. April 2024

Die Brücke zu sich selbst

Keine Schmerzen mehr haben. Bewegung, so flüssig wie eine Katze. Entspannt wie ein Faultier. Das hört sich schon mal gut an. Was hältst du davon?

“Wünsche sind die beachtlichsten Brückenbauer und die mutigsten Begeher.” Elfriede Hablé

Moshé Feldenkrais sagte einst, seinen Träumen nachzugehen, das im Innen tiefliegende nach Außen zu bringen, seine Wünsche zum Leben erwecken, das ist Gesundheit.

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