7. September 2024

Selbstbild und Potentialentfaltung

Wir handeln in Übereinstimmung mit unseren Selbstbild. Dieses Selbstbild besteht aus vier Komponenten: Bewegung, Empfindung, Gefühl und Gedanke (Feldenkrais, 1990). Um denken zu können, muss ich wach sein. Wachsein bedeutet auch, meine Position im Schwerefeld wahrzunehmen. Um fühlen zu können, braucht es eine gewisse Körperwahrnehmung, d.h. Gefühle sind mit dem Körper verbunden. Fühle ich etwas, empfinde ich auch etwas. Manchmal mag das nicht so sein, da der Körperzugang fehlt, das Gefühl ist jedoch immer noch da. Um zu empfinden, braucht es laut Feldenkrais Interesse, um wahrzunehmen, was in einem passiert. Um sich zu bewegen, braucht es zumindest ein Gefühl, einen Gedanken oder eine Empfindung, die die Bewegung begleiten. Das Selbstbild ist nie statisch. Es ist so, dass ich einmal ein Bild erstelle und das war es dann. Das Selbstbild ist dynamisch, so wie Heraklits Fluss. Man kann, wie Heraklit sagt, nie in den gleichen Fluss steigen. So verhält es sich auch mit unseren Selbstbild und dann passiert etwas. Das Selbstbild ändert sich zwar von Handlung zu Handlung, aber mehr und mehr entstehen Gewohnheiten.

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10. August 2024

Kleines Schlaf ABC

Wie auf meiner Startseite geschrieben steht, sehe ich mich als deinen Wegbegleiter, hin zu mehr Verbindung und einem authentischen Leben. Dieses authentische Leben findet zu einem bewussten Teil tagsüber statt. Tagsüber bin ich der, der ich bin, oder zumindest bin ich das zu einem größeren Teil. So stellt sich die Frage, was denn nachts geschieht. Der Schlaf. Der Schlaf ist zum Schlafen da, sowie Regen nass ist. Jetzt wurde es ein wenig tautologisch. Gesagt wurde dabei nichts und dennoch sehr viel, denn es impliziert die Frage, wie es denn funktioniere, das Schlafen. Bei der der Beantwortung dieser Frage, halte ich mich an Steve de Shazer, welcher behauptet, dass wir es nicht wissen können, wie es funktioniert. Wir können nur wissen, dass es funktioniert, wenn es funktioniert. Im Nachhinein wissen wir ob das, was wir vorher gemacht haben, hilfreich war oder eben nicht. So versuchen wir uns der Sache anzunähern. Wenn diese Annäherungen dazu beitragen, dass du besser schläfst, dann stimmt schon mal die Richtung. Das wäre ein Anfang.

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28. Juli 2024

Selbstbild, Zwang und Selbstentfaltung

Wir handeln in Übereinstimmung mit unseren Selbstbild, d.h. dieses Bild, das wir von uns machen, durchzieht alle Lebensbereiche. Dieses Bild speist sich laut Moshe Feldenkrais (1990) aus drei Faktoren: Erbe, Erziehung und Selbsterziehung. Die Vererbung ist der Teil, auf den wir am wenigsten Einfluss haben. Unser Knochenbau, die Muskelzusammensetzung, die Haarfarbe, usw. sind uns innewohnend, noch bevor wir zum ersten Mal über unsere Identität nachdenken. Das genetische Erbe macht dich und mich einzigartig in unserer Erscheinung. Die Erziehung allerdings bestimmt unser Selbstbild zu einem sehr großen Teil. Da wäre zum einen die Sprache, welche uns in einem Kulturkreis ermöglicht mit anderen Mitgliedern zu kommunizieren. Die Sprache ist auch Zeuge der kulturellen Gepflogenheiten und bestimmt im großen Maße unsere Selbsterziehung. Die Erziehung macht uns zu einem Mitglied der kulturellen Gemeinschaft und erleichtert die soziale Interaktion.

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24. Juli 2024

Beckenuhr

Beckengesundheit ist wichtig. Nicht nur zur Vorbeugung von Blasenproblemen und Fortpflanzungsstörungen, sondern auch zur besseren Verteilung der Kraft auf die jeweiligen Muskelgruppen. Vielleicht sollte ich statt Beckengesundheit Beckenorganisation sagen. Die Organisation des Beckens bedeutet in anderen Worten, die leichte Position des Beckens im Raum. Leicht ist die Position dann, wenn die notwendigen Muskeln ihre Aufgabe adäquat machen. Somit kommt es nicht zu Überbelastungen. Wie komme ich aber dorthin, also in die Position, wo die Muskeln ihre Aufgabe adäquat machen? Meine Kurzantwort darauf: Feldenkrais.

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6. Juli 2024

Achtsamkeit und Rauchentwöhnung

Du sitzt am Schreibtisch, konzentriert am PC und plötzlich summt eine Fliege an deinem rechten Ohr und setzt sich anschließend auf dein Gesicht. Der Juckreiz löst einen unverzüglichen Reflex deiner rechten Hand aus, diese Fliege von deinem Gesicht zu vertreiben. Nennen wir die Fliege mal Trigger und deine Handbewegung Antwort. Es ist verständlich, diesen Juckreiz weghaben zu wollen, so wie es auch verständlich ist, negative Gefühle weghaben zu wollen, oder nervige Gedanken. Manchmal führen Gefühle wie Angst, Wut oder Empfindungen wie Stress zu Verhalten wie Rauchen. Jetzt ist es nachvollziehbar, dass eine Lücke zwischen Trigger und Antwort hilfreich sein kann, die Antwort zu modulieren. Sinnvoll wäre dies bei Antworten, welche eventuell nachträgliche Folgen haben, wie z.B. das Rauchen, oder auch andere süchtig machende Substanzen. 

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18. Mai 2024

Feldenkrais und Skoliose

Ich erinnerte mich soeben an ein Gespräch in einem Starbucks in Arlington, Virginia. Es muss ca. März 2014 in Pentagon City gewesen sein. Auf dem Weg zur Cafeteria, lief mir ein Mann über den Weg, welchen ich schon mehrere Male gesehen hatte. An diesem Tag kam es zu einem Gespräch. Er fragte mich, was ich denn tun würde und ich antwortete, das ich ein Feldenkrais Practitioner bin. Unverzüglich darauf kam die Frage, was denn das wäre. Ist es ähnlich wie Yoga oder Physiotherapie oder oder oder. So interessant wie diese Frage auch ist, so vielseitig sind auch ihre Antworten, dachte ich mir damals. Ich begann einige Konzepte zu erklären und plötzlich erschien mir ein gutes Beispiel. Das Beispiel handelte von einer Person, welche in einer unausgeglichenen Art und Weise läuft. Ich simulierte den Gang dieser Person im Starbucks. Im speziellen verbrachte ich mehr Sekunden mit meinem linken Fuß als mit meinem rechten Fuß am Boden.

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12. Mai 2024

Spiel und Selbstbild

Wie hängen die drei Wörter Spiel, Selbstbild und Propriozeption zusammen? Dem möchte ich mich heute annähern. Johan Huizinga gibt in seinem Buch “Homo Ludens” folgende Definition von Spiel, welche mir persönlich sehr gut gefällt.

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12. Mai 2024

Feldenkrais, Tao und der Moment

“Für das innere Wachstum kennt ein Krieger des Lichts eine höchst wirksame Übung: er achtet auf Dinge, die er automatisch tut (..) Damit befreit er sich von Spannungen und lässt seine Intuition freier arbeiten, ohne von seinen Ängsten und Wünschen beeinflusst zu werden. Bestimmt Probleme, die ihm unlösbar vorkamen, finden eine Lösung, bestimmte Schmerzen, die er für unbesiegbar hielt, verschwinden plötzlich.” Paul Coelho (Grabher, 2016)

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12. Mai 2024

Schlafen will gelernt sein

Kennst du das Gefühl, morgens aus dem Bett zu steigen und es ist eine gewisse Schwerfälligkeit vorhanden. Jede kleinste Bewegung fühlt sich an wie Schwerstarbeit? Erholen wir uns nicht während des Schlafs und wachen energiegeladen auf, ohne Verspannungen und dergleichen? Vielleicht hat es damit zu tun, wie wir schlafen, oder, vielleicht hat es damit zu tun, wie wir den Tag bzw. die Tage zuvor gelebt haben.

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3. Mai 2024

Spiel – Prozess – Wachstum

Manchmal werde ich von Teilnehmern einer ATM (Gruppenlektion) gefragt, was es braucht, um ein neues Muster im Nervensystem zu speichern, um es aktiv zu machen, wie das einstige Lernen einer komplexen Bewegung, sei es Fahrradfahren oder Zähne putzen. Martin Woznica (2008) beantwortete diese Frage auf folgende Art. Feldenkrais ist kein Trainingsprogramm, um Schmerzen zu reduzieren oder stärker zu werden, sondern eine Methode, mit deren Hilfe wir unsere Bewegungsmuster durchschauen, neue Bewegungsmuster kennenlernen, und im Laufe der Zeit diese neuen Bewegungsmuster zu einem stimmigen Ganzen zusammenbauen. Es ist wie ein Puzzlespiel.

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