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ADHS und die Schwerkraft der negativen Gedanken

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Schon von Geburt an sind wir so geprägt, dass Negatives eine überproportionale Rolle spielt. Im Artikel Warum uns Negatives anzieht – und was das mit Nachrichten, Babys und Klicks zu tun hat erkläre ich, wie Babys schon sehr früh stärker auf negative Reize reagieren (z. B. Angst, Ekel), sich detaillierter an unangenehme Erfahrungen erinnern und Warnsignale in der Umwelt, etwa über das Gesicht der Mutter, mehr Bedeutung beimessen. Evolutionär macht das Sinn. Gefahren zu erkennen, schützt unser Überleben mehr, als rein positive Reize uns schneller voranbringen. Wer Bedrohungen früh merkt, kann schneller reagieren, sich absichern oder fliehen. Das war für unsere Vorfahren überlebenswichtig. Wie ist dies nun bei Menschen mit ADHS?

Menschen mit ADHS neigen häufig zu einem stärkeren Negativitätsfokus, aber das ist kein festes Persönlichkeitsmerkmal, sondern eher eine Folge der neurobiologischen und psychologischen Mechanismen, die mit ADHS einhergehen. Ich erkläre dir kurz, warum das so ist.

Neurobiologische Dysregulation

Die Studie von Hulst et al. (2017) mit dem Titel „Children with ADHD symptoms show decreased activity in ventral striatum during the anticipation of reward“ untersuchte die Aktivität des ventralen Striatums bei Kindern mit ADHS-Symptomen während der Belohnungserwartung. Dabei wurde festgestellt, dass Kinder mit ADHS-Symptomen eine reduzierte Aktivität im ventralen Striatum aufwiesen, unabhängig davon, ob sie die klinischen Kriterien für eine ADHS-Diagnose erfüllten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die verminderte Aktivität im Belohnungssystem bereits bei Kindern mit subklinischen ADHS-Symptomen vorhanden ist und somit ein potenzielles neurobiologisches Merkmal von ADHS darstellen könnte.

Das ventrale Striatum ist eine Schlüsselregion im Belohnungssystem des Gehirns und spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Belohnung und Motivation. Es ist stark dopaminerg innerviert, was bedeutet, dass Dopamin eine entscheidende Rolle bei der Aktivität dieser Region spielt. Die reduzierte Aktivität im ventralen Striatum bei Kindern mit ADHS-Symptomen könnte auf eine Dysregulation des dopaminergen Systems hindeuten, was mit den bekannten dopaminbezogenen Auffälligkeiten bei ADHS in Verbindung steht.

Ein Dopaminmangel bzw. Dysregulation des Dopaminstoffwechsel kann zu vielfältigen psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen führen, da Dopamin ein zentraler Neurotransmitter für Motivation, Antrieb, Belohnung, Aufmerksamkeit und motorische Kontrolle ist. Typische Folgen können sein:

  • Antriebslosigkeit und Erschöpfung
  • Depressive Verstimmungen oder Interessenverlust
  • Motivations- und Konzentrationsprobleme
  • Verminderte Freude und Belohnungsempfindung (Anhedonie)
  • Innere Leere oder Gleichgültigkeit
  • Bewegungsstörungen (z. B. bei starkem Mangel wie in Morbus Parkinson)
  • Suchtverhalten oder Impulskontrollprobleme bei einer Dysregulation, wenn Dopaminreize überaktiv oder ungleich verteilt sind

Eine Dopamindysregulation bedeutet nicht immer einen reinen Mangel, sondern oft ein Ungleichgewicht in bestimmten Hirnarealen, etwa zu wenig Dopamin im präfrontalen Cortex (führt zu Konzentrationsproblemen) und zu viel im limbischen System (kann Unruhe oder Impulsivität fördern). Falls du dich ein wenig tiefer in Dopamin einlesen möchtest, klicke gerne hier: Dopamin-Fasten

Auf Belohnung warten

Bei ADHS funktioniert das dopaminerge Belohnungssystem oft weniger stabil. Positive Reize (Lob, Erfolgserlebnisse, angenehme Gefühle) führen daher nicht so verlässlich zu einem anhaltenden Belohnungsgefühl. Das Gehirn merkt sich negative Reize stärker, weil sie emotional intensiver wirken oder länger im Gedächtnis bleiben.

Die Studie von Sagvolden et al. (1998) mit dem Titel „Sensitivity to reward delay in children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD)“ untersuchte, wie Kinder mit ADHS auf Verzögerungen bei der Belohnung reagieren. Dabei wurde festgestellt, dass diese Kinder eine stärkere Abneigung gegenüber Belohnungsverzögerungen zeigen, was als Delay Aversion bezeichnet wird. Dies bedeutet, dass sie Schwierigkeiten haben, auf eine Belohnung zu warten, selbst wenn diese größer oder wertvoller ist. Diese Neigung könnte zu impulsivem Verhalten und Schwierigkeiten bei der Selbstkontrolle beitragen, die häufig bei ADHS beobachtet werden.

Die Delay Aversion bei Kindern mit ADHS wird häufig mit einer Dysregulation des dopaminergen Systems in Verbindung gebracht. Das Dopaminsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Belohnungsverarbeitung und der Fähigkeit, auf Belohnungen zu warten. Eine verminderte dopaminerge Aktivität, insbesondere im mesolimbischen System, könnte dazu führen, dass die erwartete Belohnung als weniger attraktiv wahrgenommen wird, was die Bereitschaft verringert, auf diese zu warten. Dies könnte erklären, warum Kinder mit ADHS häufiger impulsiv handeln und Schwierigkeiten haben, Belohnungen zu verzögern.

Neben der neurobiologischen Herausforderung leidet auch die emotionale Regulation unter einer mangelhaften Impulskontrolle. Schauen wir uns dazu die Studie von Hirsch et al. an.

Emotionale Dysregulation

Die Studie „Emotional dysregulation is a primary symptom in adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD)” von Hirsch, Chavanon, Riechmann und Christiansen (2018) untersuchte, inwieweit emotionale Dysregulation, also Schwierigkeiten, eigene Gefühle zu steuern, ein zentrales Merkmal von ADHS im Erwachsenenalter ist. Dafür wurden 213 Erwachsene, die neu mit ADHS diagnostiziert worden waren (im Durchschnitt 33,5 Jahre alt), befragt. Die Teilnehmenden füllten verschiedene Fragebögen zu Aufmerksamkeit, Impulsivität, Hyperaktivität, positiven und negativen Gefühlen sowie zur Fähigkeit aus, Emotionen zu regulieren.

Die Forschenden entwickelten ein Modell, das sieben miteinander verbundene, aber unterscheidbare Bereiche abbildete, darunter die typischen ADHS-Symptome, emotionale Regulation, Selbstkonzept und emotionale Stimmungslagen. Dieses Modell passte gut zu den erhobenen Daten, was darauf hinweist, dass emotionale Dysregulation tatsächlich als eigenständiger Faktor neben den klassischen ADHS-Symptomen existiert. Besonders eng war der Zusammenhang zwischen emotionaler Dysregulation und einem negativen Selbstkonzept, also dem Bild, das Betroffene von sich selbst haben. Auch Impulsivität und emotionale Labilität zeigten Beziehungen zur gestörten Emotionsregulation.

Die Autor:innen kommen zu dem Schluss, dass emotionale Dysregulation kein bloßes Begleitsymptom ist, sondern ein zentrales Merkmal von ADHS bei Erwachsenen, das bei Diagnostik und Therapie unbedingt berücksichtigt werden sollte. Einschränkend wird jedoch erwähnt, dass fast die Hälfte der Teilnehmenden zusätzliche psychische Erkrankungen hatte, was die Ergebnisse teilweise beeinflussen könnte. Trotzdem zeigen die Analysen insgesamt ein klares Bild. Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation sind ein wesentlicher Bestandteil von ADHS im Erwachsenenalter.

Eine weitere Meta-Analyse von Shaw, Stringaris, Nigg und Leibenluft (2014) untersucht die Zusammenhänge zwischen ADHS und emotionaler Dysregulation über verschiedene Altersgruppen hinweg. Die Autor:innen zeigen, dass Menschen mit ADHS, insbesondere Erwachsene, deutlich höhere Werte in genereller emotionaler Dysregulation aufweisen als Kontrollgruppen ohne ADHS. Dies betrifft vor allem negative emotionale Reaktionen wie Ärger, Frustration und Reizbarkeit, aber auch Schwierigkeiten in der Emotionsregulation insgesamt. Die Ergebnisse legen nahe, dass emotionale Dysregulation ein zentrales und oft unterschätztes Kernmerkmal von ADHS ist und wesentlich zur Beeinträchtigung im Alltag beiträgt.

Emotionale Reaktivität

Zudem haben Menschen mit ADHS oft eine erhöhte emotionale Reaktivität. Die Amygdala (das emotionale Alarmzentrum) kann stärker auf Kritik, Ablehnung oder Misserfolg reagieren, was zu einem Verstärken negativer Wahrnehmungen führt.

Die Studie von Waschbusch et al. (2024) mit dem Titel „Children’s emotional reactivity and negative affect predict future ADHD symptom severity beyond initial ADHD symptom severity“ untersucht, inwieweit emotionale Reaktivität und negative Affekte bei Kindern die Schwere von ADHS-Symptomen über die anfängliche Symptomatik hinaus vorhersagen können. In einer Längsschnittuntersuchung wurden Kinder über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die zu intensiveren emotionalen Reaktionen und häufigeren negativen Gefühlen neigen, später stärkere ADHS-Symptome entwickeln, selbst wenn die anfängliche Symptomatik berücksichtigt wird. Diese Befunde unterstreichen die Bedeutung emotionaler Faktoren bei der Entstehung und dem Verlauf von ADHS und legen nahe, dass Interventionen, die auf die Regulierung von Emotionen abzielen, einen positiven Einfluss auf die Symptomatik haben könnten.

Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung

Diese Rejection Sensitivity (Ablehnungsempfindlichkeit) erleben viele ADHS-Betroffene. Dadurch nehmen sie neutrale oder leicht kritische Situationen als stark negativ wahr. Durch häufige Schwierigkeiten mit Organisation, Aufmerksamkeit oder Impulskontrolle sammeln viele Betroffene im Laufe der Zeit überproportional viele negative Rückmeldungen. Das führt zu einem erlernten Muster von “Ich mache eh alles falsch” oder “Es lohnt sich gar nicht, mich anzustrengen”. Gefühle (positiv wie negativ) werden daher auch intensiver erlebt, aber negative Emotionen halten oft länger an, weil das Runterregeln schwieriger ist. Und jetzt wird es subjektiv.

In ihrer Studie mit 304 Studierenden zeigen Müller, Mellor und Pikó (2024), dass ADHS-Symptome stark mit Rejection Sensitivity, also einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber tatsächlicher oder wahrgenommener Zurückweisung, korrelieren. Personen mit ausgeprägteren ADHS-Merkmalen reagieren demnach emotional stärker auf Ablehnung und erleben häufiger negative Selbstbewertungen. Zudem verdeutlicht das vorgeschlagene Pfadmodell, dass Wohlbefinden, Resilienz und weitere Indikatoren psychischer Gesundheit moderierende Rollen in dieser Beziehung einnehmen. Die Ergebnisse unterstreichen, wie eng emotionale Prozesse und Selbstwertregulation mit ADHS-Symptomen verwoben sind und wie wichtig psychische Schutzfaktoren für das Wohlbefinden von Betroffenen sind.

Eine weitere Studie von Bondü und Esser (2015) mit dem Titel „Justice and rejection sensitivity in children and adolescents with ADHD symptoms“ untersuchte, wie Kinder und Jugendliche mit ADHS-Symptomen auf Ungerechtigkeit und Zurückweisung reagieren. Dafür wurden über 1.200 Teilnehmende im Alter zwischen 10 und 19 Jahren befragt. Die Forschenden wollten herausfinden, ob Personen mit ADHS empfindlicher auf wahrgenommene Ungerechtigkeiten reagieren und ob sie Zurückweisung stärker erleben als Gleichaltrige ohne ADHS-Symptome.

Die Ergebnisse zeigten, dass Jugendliche mit ausgeprägteren ADHS-Symptomen häufiger das Gefühl haben, selbst unfair behandelt zu werden, eine sogenannte hohe Victim Justice Sensitivity. Sie nehmen also mehr Ungerechtigkeiten in ihrer Umwelt wahr und reagieren gleichzeitig stärker auf Zurückweisung, sowohl mit Angst als auch mit Ärger. Auffällig war hingegen, dass sie weniger empfindlich darauf reagieren, wenn sie selbst unfair handeln (Perpetrator Justice Sensitivity).

Darüber hinaus konnten die Forschenden zeigen, dass diese erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Ungerechtigkeit und Ablehnung eine vermittelnde Rolle zwischen ADHS-Symptomen und weiteren psychischen Problemen spielt, z.B. bei depressiven Verstimmungen, aggressivem Verhalten oder einem geringen Selbstwertgefühl. Mit anderen Worten. Ein Teil der emotionalen und sozialen Schwierigkeiten, die häufig bei ADHS auftreten, lässt sich dadurch erklären, wie sensibel Betroffene auf Ungerechtigkeit und Ablehnung reagieren.

Die Autor:innen betonen, dass diese Ergebnisse auch für die therapeutische Arbeit bedeutsam sind. Emotionale und soziale Sensitivität sollten stärker beachtet werden, da sie einen wichtigen Einfluss auf das Wohlbefinden und das soziale Verhalten von Kindern und Jugendlichen mit ADHS haben. Ein bewussterer Umgang mit diesen Gefühlen, etwa das Erlernen von Strategien, um Zurückweisung oder gefühlte Ungerechtigkeit besser zu verarbeiten, könnte langfristig helfen, Belastungen zu verringern und die Selbstregulation zu stärken.

ADHS kann also dazu führen, dass Kritik überbewertet und Lob unterbewertet wird, kleine Misserfolge emotional überdimensioniert wirken, man sich selbst übermäßig streng bewertet. Das ergibt nach außen hin manchmal den Eindruck eines Negativitätsfokus, obwohl es eigentlich ein Zusammenspiel aus Sensibilität, neurochemischer Dysbalance und Lernerfahrung ist.

Interpretation in Bezug auf den Negativitätsfokus

Aus diesen Studien lassen sich einige klare Argumentationslinien ableiten, die nahelegen, dass Menschen mit ADHS oft:

  • Intensivere negative emotionale Reaktionen haben (z. B. emotionale Labilität, negative Affekte) gegenüber Kontrollgruppen.
  • Sensitivität für Ablehnung und Kritik („Rejection Sensitivity“) ist erhöht und hängt mit ADHS-Symptomschwere zusammen.
  • Beeinträchtigte Verarbeitung von Belohnungen, insbesondere Antizipation oder Verzögerung von Belohnungen, was dazu führen kann, dass negative Konsequenzen oder Verzögerungen schwerer wiegen und das subjektiv negativere Erfahrungen dominant werden.

Jetzt haben wir den Blick auf verschiedenen Studien gelegt. Lasst uns nun mal die Möglichkeiten ansehen, mit diesem ausgeprägten Negativitätsfokus umzugehen. Ich beschreibe das anhand verschiedener Blickwinkel. 

Verschiedene Blickwinkel hinsichtlich einer verbesserten Regulation

Der erste Blickwinkel richtet sich auf das Hier und Jetzt. Der Fokus sind die gegenwärtigen Gedanken, Gefühle und das dazugehörige Verhalten. Die Bewusstwerdung, was jetzt gerade da ist, hilft zum ersten, einen gewissen Abstand zu gewinnen und zum zweiten, bewusste Veränderungsschritte einzuleiten. 

Was dabei sehr hilfreich ist, ist die Identifikation automatischer negativer Gedanken, wie “ich schaffe das nie” und das Ersetzen durch realitätsnahe, funktionale Gedanken, hin zu “auch 80% sind ein Erfolg”. Diese Gedanken lassen sich in regelmäßigen inneren Dialogen verstärken und werden so über Zeit zu einem integrierten Glaubenssatz. Zudem könntest du ein oder zwei angenehme Aktivitäten als Ritual in deinen Alltag einbauen. Hiermit wirkst du aktiv dem dysregulierten Dopaminkreislauf entgegen, indem du mit diesen angenehmen Aktivitäten wieder ein Gleichgewicht herstellst.

Jetzt mag es so sein, das manche Gedanken sehr ablehnungssensitiv sind. An dieser Stelle haben sich Herangehensweisen aus der Akzeptanz- und Commitmenttherapie als hilfreich herausgestellt. Bei der nächsten sozialen Rückmeldung könntest du diese Aussage relativieren und ihr damit die Macht einer Schwarz-Weiß-Sicht nehmen.

Jetzt lässt sich der Blick allerdings auch auf die Vergangenheit richten. Der Fokus richtet sich hier vermehrt auf noch unbewusste Konflikte, auf frühkindliche Erfahrungen, und das Selbstbild, welches daraus entstanden ist. Hier könntest du erforschen, wie dein negatives Selbstbild entstanden ist (z. B. “Ich bin nicht gut genug”). Dafür ist ein Blick auf frühe Bindungserfahrungen sehr aufschlussreich. Diese frühen Erfahrungen werden im Hier und Jetzt sichtbar, denn alte Muster (z. B. Negativitätsfokus) übertragen sich auf neue Beziehungen. 

Mit diesem Blickwinkel ist es auch hilfreich, eine negative Regung da sein zu lassen, um zu verstehen, was uns diese Regung sagen will. Vielleicht steckt ein unerfülltes Bedürfnis dahinter. Was hier geschehen darf ist eine tiefere Verarbeitung der Kopplung von negativen Gedanken und Beziehungserfahrungen. Wenn du dich ein wenig tiefer mit dem Thema Bedürfnisse auseinander setzen möchtest, klicke gerne auf den folgenden Linik: Bedürfnisse. Hier findest du mehrere Artikel zu diesem Thema.

Jetzt können wir aber auch den Blickwinkel nach außen verlagern. Der Bedeutungsrahmen liegt nun in den Wechselwirkungen im sozialen Umfeld. Hier spielen Narrative eine große Rolle. Welche Geschichte lebe ich von mir? Welche Aspekte möchte ich bestätigt sehen? Wir können das Problem externalisieren, in dem wir klar werden, dass “das Negative Denken ein Teil von dir ist, aber nicht du zu 100%.” Und dieser Teil entsteht auch immer in einer Wechselwirkung. Bei größerem Interesse zu Narrativen, schaue gerne hier mal vorbei: Themen, Verbindungen und Narrationen, und hier, Der narrative Mensch.

Fazit

Alle genannten Richtungen bieten wertvolle Beiträge, doch bei ADHS ist oft ein multimodaler Ansatz hilfreich, der Verhalten, Gedanken, Emotionen, Körper und Beziehungen einbezieht. Am wirksamsten ist eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie, achtsamkeitsbasierten Praktiken, körpertherapeutische Elemente und schließlich systemische Methoden.

Literatur:

  • Bondü, R., & Esser, G. (2015). Justice and rejection sensitivity in children and adolescents with ADHD symptoms. European child & adolescent psychiatry, 24(2), 185–198. https://doi.org/10.1007/s00787-014-0560-9
  • Hirsch, O., Chavanon, M., Riechmann, E., & Christiansen, H. (2018). Emotional dysregulation is a primary symptom in adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD). Journal of Affective Disorders, 232, 41–47. https://doi.org/10.1016/j.jad.2018.02.007
  • Hulst, H. E., et al. (2017). Children with ADHD symptoms show decreased activity in ventral striatum during the anticipation of reward, irrespective of ADHD diagnosis. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 58(3), 310–319. https://doi.org/10.1111/jcpp.12643
  • Müller, V., Mellor, D., & Pikó, B. F. (2024). Associations between ADHD symptoms and rejection sensitivity in college students: Exploring a path model with indicators of mental well-being. Europe’s Journal of Psychology, XX(X), XXX–XXX. https://doi.org/10.5964/ejop.XXXX
  • Sagvolden, T., et al. (1998). Sensitivity to reward delay in children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). Journal of Child Psychology and Psychiatry, 39(6), 777–785. https://doi.org/10.1111/1469-7610.00375
  • Shaw, P., Stringaris, A., Nigg, J., & Leibenluft, E. (2014). Emotion dysregulation in attention deficit hyperactivity disorder. American Journal of Psychiatry, 171(3), 276–293. https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2013.13070966
  • Waschbusch, D. A., et al. (2024). Children’s emotional reactivity and negative affect predict future ADHD symptom severity beyond initial ADHD symptom severity. Journal of Child Psychology and Psychiatry. https://doi.org/10.1111/jcpp.13668

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