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veröffentlicht am: 1. Januar 2018

Unser geliebtes Mobiltelefon

„Die größten Schmerzen sind die, die mit den eigenen Waffen zugefügt wurden.“
Janine Weger

Die Tätigkeiten, welche wir immer wieder tun, also unsere Gewohnheiten, können langfristig zu Verspannungen und sogar Schmerzen führen. Das Beitragsbild oben veranschaulicht, wovon dieser Artikel handelt, unsere Nackenschmerzen.

Studie zu Auswirkungen auf Halswirbelsäulenbelastungen

November 2014 führte Dr. Kenneth K. Hansraj von der New York Spine Surgery & Rehabilitation Medicine eine Studie 1  zu den Auswirkungen von Haltungspositionen auf die Halswirbelsäule durch. Sobald wir unsere Halswirbelsäule nach vorne beugen, um unser Mobiltelefon zu bedienen, üben wir einen enormen Druck auf unsere Halswirbelsäule aus. Dies betrifft natürlich nicht nur das Nachvornebeugen über das Mobiltelefon, sondern auch alle anderen Tätigkeiten, in denen wir eine ähnliche Position einnehmen. Das könnte sein: Lesen eines Buches, Essen, Abspülen, Schreiben eines Briefes etc. Unser Tag ist reichlich gefüllt mit Tätigkeiten, bei denen wir im Nacken extrem nach vorne gebeugt sind. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht, wieviel Pfund unsere Halswirbelsäule in welchen Winkel abbekommt. Das Gewicht des Kopfes, welcher ca. 5-6 kg wiegt, übt schon ab einen Winkel von 15° Druck von ca. 27 Pfund auf unsere HWS aus. Ab einen Winkel von 90° ist der Druck, welcher auf unsere Wirbelsäule wirkt schon gar nicht mehr messbar.

smartphone-nackenhaltung
Achtsamkeit gegen chronische Überlastung

Wenn wir dies jetzt auf ein Jahr hochrechnen, angenommen wir verbringen 2-4 Stunden täglich in dieser Position, so wären dies 700-1400 Stunden jährlich. 1400 Stunden mit einem Minimum von ca. 27 Pfund Druck auf unsere HWS. Muskeln, Sehnen und Bänder mögen diesen Druck einigermaßen abfangen, doch auch ein Muskel wird irgendwann mal müde oder verspannt sich. Gute Haltung definiert Dr. Hansraj als eine vertikale Ausrichtung der Ohren mit den Schultern und den Schulterblättern. Diese Studie nimmt auch zur Kenntnis, das es fast unmöglich ist gewisse Technologien nicht zu verwenden, jedoch gibt sie den Ratschlag, achtsamer mit uns umzugehen.

Fazit

Mit der Feldenkrais Methode lernen wir nicht nur was wir tun, sondern auch wie wir es tun. Wir lernen Bewegungen besser organisiert auszuführen. Somit kann Feldenkrais oder auch jede andere achtsamkeitsbasierte Methode dazu führen, wahrzunehmen was wir tun, dies dann zu ändern und ein schmerzfreieres Leben zu führen zugunsten unserer geliebten Halswirbelsäule.

Vor kurzen fand ich einen interessanten Artikel von Christine Ruffolo, welcher die Problematik der vorwärtsgerichteten Haltung des Kopfes thematisiert, interessante Videos zur Intervention liefert und einen Einblick in die Anatomie des Kiefergelenkes in Verbindung mit Gehirnmechanismen aufzeigt. Viel Spaß beim Lesen.

1 Hansraj, Kenneth K. (2014). Assessment of stresses in the cervical spine caused by posture and position of the head. Surg Technol Int. 25:277-9

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