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veröffentlicht am: 15. April 2018

Gesundes Krafttraining macht beweglich

„Die Menschen lassen sich in drei Klassen einteilen:
Diejenigen, die unbeweglich sind,
diejenigen, die beweglich sind,
und diejenigen, die sich bewegen.“

Stabile Gelenke entstehen durch eine funktionsfähige Muskulatur. Ist dies nicht gegeben, kommt es zu erhöhten Belastungen der Bänder und der Kapsel. Bänder und Kapsel nehmen normalerweise in den Endstellungen der Gelenke Kräfte auf und stabilisieren somit das Gelenk. Sind diese jedoch die die Einzigen, die das tun, da die Muskulatur nicht funktionsfähig entwickelt ist, kann es langfristig zu Gelenkschäden kommen. Eine leistungsfähige Beweglichkeit bekommt hierbei eine besondere Rolle.

Leistungsfähige Beweglichkeit

Beweglichkeit ist nicht das gleiche wie Flexibilität. Beweglichkeit ist Flexibilität und die gleichzeitige Anwendung von Kraft, um aus einer Endposition herauszukommen. Stellen Sie sich jemanden in einer tiefen Hocke vor. Die Oberschenkel dieser Person haben mit dem Brustkorb Kontakt. Dafür ist eine gewisse Flexibilität von Nöten. Um wieder aus dieser Position aufzustehen, wird Kraft benötigt. Den ganzen Ablauf verdanken wir der Beweglichkeit. Es nützt nichts sich dehnen zu können wie Gummi, und sobald der Körper in gewisse Endpositionen kommt, keine Kraft aufwenden zu können. Genau dies führt zu Schädigungen des Bewegungsapparates. Gerade in den Endpositionen ist Muskelarbeit wichtig, welche das Schutzsystem des jeweiligen Gelenkes darstellt. Das macht ein Krafttraining über den vollen Bewegungsumfang essentiell. Genau dieses Training verbessert nicht nur die Beweglichkeit, sondern noch ganz andere Dinge.

Verstärkung der passiven Bewegungsapparates

Dieses Krafttraining über den ganzen Bewegungsumfang stärkt den passiven Bewegungsapparat. Zum passiven Bewegungsapparates gehören neben dem Knochen, auch Sehnen, Bänder, Faszien, Knorpel, Bandscheiben und Menisken. Mit einem ausreichenden Krafttraining über den kompletten Bewegungsumfangs kommt es zu einer Verstärkung des Sehnen-Querschnitts, aufgrund von einer höheren Kollageneinlagerung und einem verbesserten Stoffwechsel der Sehne. Die Druckfestigkeit eines verdickten Gelenkknorpels führt zu einer verbesserten Schockabsorbierung. Baut der Knorpel jedoch ab durch zu wenig Belastung, sprechen wir von Arthrose. Auch die Bandscheiben, bzw. die Menisken reagieren durch regelmäßige Belastungsreize mit einer erhöhten Zug- und Druckfestigkeit. Im Kraftsport wissen wir, das sich die Kraft über mehrere Wochen am schnellsten anpasst, danach kommt die Muskulatur über mehrere Monate und zuletzt die passiven Strukturen über mehrere Jahre.

Fazit

Die meisten Menschen brauchen mehr Beweglichkeit, nicht mehr Flexibilität. Es ist nicht die Tatsache, dass ich einen Spagat beherrsche, sondern die Tatsache, was ich in diesem Spagat alles machen kann. Das ist es was zählt. Kann ich in diesem Spagat weitere Bewegungen initiieren oder kann ich es nicht? Brauche ich jemand der mir dabei hilft, wieder aus diesem Spagat herauszukommen? Das würde ich doch mal sehr in Frage stellen. Beweglichkeit kommt vor Flexibilität, und das war schon vor tausenden von Jahren so.

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