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veröffentlicht am: 1. Juli 2018

Warum spielen?

In der Feldenkrais-Welt, sowie auch in meiner Ausbildung, sprechen wir oft über das Thema Spiel und wie wichtig Spiel für die Entwicklung eines Menschen ist. Es gibt dazu viele Ansätze, warum Spiel etwas tolles ist. Ich möchte hier ein paar Gedankenanregungen geben. Vielleicht ist ja etwas für Sie dabei.

Zum einen werden wir beim Spiel produktiver und zwar genau durch das nichtproduktive Tun. Angestellte, welche in Ihrer Freizeit und Ihrer Kindheit spielen konnten/durften, sind effizienter in Ihrem Job. Die Periode in jeder Spezies, in der am meisten gespielt wird, trägt zum Wachstum des Cerebellums (Kleinhirn) bei und dies ist wichtig für Aufmerksamkeit, Sprache, Rhythmus, Koordination etc.

Wir praktizieren Fähigkeiten für die Zukunft. Der spielende Umgang mit Bewegungen kann als ein aktives Testen einer Fähigkeit verstanden werden. Fähigkeiten dienen somit dazu, gewisse Funktionen auszuführen. Mit Funktionen meine ich Bewegungsmuster, sei es die Art und Weise wie ich nach etwas greife oder wie ich vom Sitzen zum Stehen komme etc. Unser sensorisches Feedback gibt uns Aufschluss darüber, ob die Funktionen spielerisch ausgeführt werden kann oder ob wir noch ein wenig üben müssen.

Es schafft neue Nervenverbindungen. Spiel schafft einen Raum für Interaktion und Lernen mit einem minimalen Risiko, um innewohnende Talente und Fähigkeiten zu entwickeln. Manchmal ist Sport Spiel und manchmal ist es nicht der Fall. Spiel ist eher ein geistiger Zustand als eine Aktivität. Absorbierend, absichtslos und selbstmotivierend.

Durch Spiel bleibt Gelerntes länger in Erinnerung. Spiel fokussiert sich auf angenehme Aktivitäten. Die Fähigkeit sich zu erinnern ist bei Spiel erhöht, da die emotionale Belohnung größer ist. Wenn wir aufhören zu spielen, hören wir eventuell auch auf uns zu entwickeln.

Spiel hat den großen Vorteil sich an eine immer schneller ändernde Welt anzupassen. Sind Sie schon einmal einfach nur durch den Wald gerannt, ohne Ziel, einfach nur des Rennens willen? Frank Forencich empfiehlt Menschen einfach mal auf einem Fuß zu stehen und von dort aus dann schwierigere Muster durchzuspielen. Hierzu ein kurzes Video:

 

 

Spiel zählt nicht zu den stärksten Bedürfnissen, denn wenn wir hungern oder in Gefahr sind, sind wir nicht gerade auf Spielen aus. Sind jedoch alle Grundbedürfnisse befriedigt, kommt der Spieltrieb ganz spontan aus uns heraus. Das sieht Stephen Jepson ähnlich. Auch er empfiehlt nie den Spielplatz zu verlassen, hält dazu Reden, hat Videos gemacht. Einen kleinen Eindruck gibt es hier:

 

 

Viele Studien haben gezeigt, das Leute die bis in hohe Alter spielen, weniger an Krankheiten wie Demenz, oder Herzprobleme erkranken.

Und? Brauchen Sie noch mehr Gründe? Was auch immer für ein Spieltyp Sie sind, vielleicht bringen Sie gerne andere zum Lachen, vielleicht lieben Sie die Bewegung oder den Wettkampf, oder sind immer auf der Suche nach neuen Dingen, sammeln, kreieren etc. Spielen lohnt sich!!! Übrigens, Feldenkrais ist auch ein tolles Spiel. Die Kreation von immer neuen senso-motorischen Kombinationen. Schauen Sie einfach mal vorbei auf ein Feldenkrais Spiel, wo auch immer Sie gerade leben mögen.

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