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veröffentlicht am: 20. November 2017

Somatische Marker und Beziehungsglück

Das Leben kann als lebenslange Integrationsleistung verstanden werden. Neues strömt ununterbrochen ein und wir entscheiden, was Teil von uns werden soll und was wir wieder verwerfen. Den Unterschied sehen wir immer im Nachhinein. Diese Spannung zu ertragen, stellt die größte Integrationsleistung dar. 

In diesem Artikel möchte ich auf die Hypothese der Somatischen Marker in Anlehnung an ein weiteres Buch von Maja Storch eingehen. Ich kam durch ein Buch namens “Embodiment” das erste mal mit der Psychoanalytikerin Maja Storch in Kontakt. Das war im Jahr 2010. Seitdem las ich mehrere Bücher von ihr und bin begeistert von ihrer sehr verständlichen und bildhaften Sprache. Zu Beginn möchte ich jedoch erst auf das Buch “Lieben Sie doch, wie Sie wollen” eingehen.

Bewusstes und Unbewusstes

Wie der Name schon belegt, handelt der Inhalt von Liebe, Beziehungsglück und dergleichen. Das Buch bedient sich einem Strudelwurm als Hauptakteur des folgenden Themas. Wie erkennt ein Mensch seine Bedürfnisse und schafft es emphatischer mit sich und dem Partner zu sein. Der Strudelwurm stellt hierbei die innere Stimme dar. Er erklärt somit in anschaulicher Weise die Zwei-Prozess-Theorie aus der Psychologie, welche davon ausgeht, das ein Mensch zwei Bewertungssysteme hat, den Verstand und das Unbewusste. Der Verstand arbeitet langsam, verglichen mit dem schnellen Bauchgefühl, dem Strudelwurm, welcher sehr schnell entscheidet. Der Strudelwurm kommuniziert durch Gefühle, die sogenannten somatischen Marker, wohingegen der Verstand durch Sprache kommuniziert. Das Bewertungsergebnis des Verstandes ergibt ein Richtig oder Falsch, dass des Wurmes ein Mag ich oder Mag ich nicht.

  Verstand Strudelwurm
Bewusstseinsebene Bewusst Unbewusst
Kommunikation Sprache Somatische Marker
Tempo Langsam Schnell
Kategorie Richtig/Falsch Mag ich/Mag ich nicht
Informationsquelle Kurzzeitgedächtnis Langzeitgedächtnis
Anteil an Entscheidungen 5 % 95 %

 

Der Strudelwurm hat also ca. 95 % Anteil bei Entscheidungen. Wenn dies der Fall ist, liegt es nahe, ein wenig mehr über diesen Strudelwurm zu wissen. Woher nimmt er alle seine Information, um die Entscheidung zu fällen? Diese Informationen kommen aus dem Langzeitgedächtnis. Das Langzeitgedächtnis speist sich aus zwei Quellen. Da wäre zum einen das, was uns mitgegeben wird durch die Genetik, und zum anderen unsere Erfahrungen/Erinnerungen, welche wir mit einer Bewertung in Form eines Gefühls versehen haben. Diese Informationen zu sehen und besser zu verstehen hat sehr viel mit den beiden Konzepten Selbstkontrolle und Selbstregulation aus der Psychologie zu tun. Es ist vollkommen natürlich, das wir immer dem angenehmen zustreben und unangenehmes vermeiden. Diese Entscheidungen trifft der Strudelwurm von ganz alleine. Sobald wir jedoch etwas machen müssen, was uns auf den ersten Blick unangenehm erscheint, sind wir mit unserem Wurm im Argen und sprechen somit von Selbstkontrolle. Der Verstand sorgt hier dafür, das wir am Ball bleiben. Um langfristig mit sich und dem/der Partner/in zufrieden zu sein, empfiehlt es sich eine gute Kommunikation zwischen Verstand und dem Unbewussten herzustellen. Dann sprechen wir von Selbstregulation. Jetzt beginnen wir auf uns zu hören, auf unsere Gefühle und deren zugrunde liegenden Bedürfnissen.

Stress in der Beziehung

Aus dem vorherigen Kapitel geht hervor, das es ratsam ist auf seine Gefühle/somatischen Marker zu hören. Dies trägt zu einer höheren Zufriedenheit bei und wirft gleichzeitig die Frage auf, ob das nicht egoistisch wäre und somit nicht passend für eine Beziehung. Was macht ein Paar nun, welches im Twist liegt über eine bestimmte Angelegenheit, z.B. die Entscheidung aufs Land zu ziehen, oder weiterhin in der Stadt wohnen zu bleiben. Wenn zwei Personen völlig unterschiedliche Richtungen einschlagen, die natürlich mit Gefühlen besetzt sind, stellt sich die Frage, ob ein Kompromiss hier noch sinnvoll ist, oder es besser wäre die Beziehung zu beenden. In dem Falle, dass der Kompromiss so groß für beide ist, das ihre beiden Würmer und ständiger Kontrolle leben und an Lebenszufriedenheit einbüßen, hat es Sinn über folgende Frage nachzudenken. Ist er/sie der/die richtig/e Partner/in? Dazu empfiehlt sich professionelle Unterstützung. Für kleinere Angelegenheiten lohnt es sich, mal über die Wurm-Verhandlung nachzudenken.

Das Unbewusste drückt sich in positiven und negativen Signalen aus, welche wiederum schwächer oder stärker in ihrer Intensität ausfallen können. Im Alltag ist es meistens so, dass gemischte Gefühle eher die Regel und nicht die Ausnahme sind. Ein erfolgreicher Umgang mit gemischten Gefühlen ist Voraussetzung für die Entscheidungsfindung. Interessant wird es bei größeren Themen, wie z.B. ein Jobwechsel, ein Stadtwechsel, dem Kinderwunsch, Hochzeit, etc. Hier kann die eigene Hilflosigkeit die eigenen Gefühle zu verstehen zu zwei Problemen führen. Erstens hat die Person keinen Überblick über die persönlichen Bedürfnisse. Zweitens ist sie aufgrund dieses fehlenden Überblicks nicht in der Lage mit anderen Menschen gut zu verhandeln. Der Wurm-Verhandlung liegt die Wurm-Bilanz zugrunde. In dieser Wurm-Bilanz tragen beide Partner ihre Gefühle mit deren Intensität ein. Schauen wir uns dazu folgende Tabelle an:

Lisa

Tom

Negative

Bewertung

Positive

Bewertung

Negative

Bewertung

Positive

Bewertung

Wunsch aufs Land zu ziehen 20 % 80 % 70 % 30 %

 

Das Ziel dieser Wurm-Bilanz kann das bessere Verständnis der eigenen Gefühle und die des Partners sein, sowie auch das Aufeinander-Einschwingen. Das Wort Aufeinander-Einschwingen meint hier die Fähigkeit, nonverbal so gut miteinander zu kommunizieren, dass die verbale Kommunikation ein sehr nettes Beiwerk darstellt. Um dort anzukommen bedarf es der Suche nach den Gründen hinter den Gefühlen. Diese können vielseitig sein und auch total irrational, was ja auch nicht verwundert. Der Strudelwurm urteilt nach persönlichen emotionalen Erlebnissen, weswegen er auch für Verstandesargumente nicht wirklich offen ist. Der Verstand erweist sich hierbei jedoch als Ratgeber, wenn es um lösungsorientierte Strategien geht. Sollten einem Partner wirklich keine Gründe für seine Gefühlslage und Entscheidungslage einfallen, kann dieser dazu gerne Freunde befragen und auf Ideensammlung gehen. Mit den gesammelten Gründen können die Partner nun ein ruhiges Gespräch führen, ohne den anderen von irgendetwas zu überzeugen. Ein beiderseitiges Verständnis, bei dem die Bedürfnisse des anderen in den zukünftigen Plänen integriert sind, stellt ein viel erstrebenswerteres Ziel dar, als der faule Kompromiss. Der Faule Kompromiss basiert auf einer Nichtübereinstimmung der Entscheidungsfindung bezüglich der Bedürfnisse beider Partner. Beide ziehen hierbei den kürzeren. Einer trifft einen faulen Kompromiss, dem Partner zu liebe und schmollt von nun an. Daraufhin ist auch der Partner negativ verwickelt, obwohl er sich eigentlich freuen sollte. Schmollen steckt eben an. Solange ein Partner seine Gefühle zwar sieht, jedoch nicht die genauen Gründe, hat er immer noch die Möglichkeit der Ideensammlung mit Freunden. Was jedoch, wenn jemand seine Gefühle gar nicht wahrnimmt?

Der Verlust des Strudelwurms

Manche Menschen haben keinen Zugang zu ihren Unbewussten. Es ist so sehr versperrt durch fremde Gefühle, welche diese Menschen für die eigenen halten. Die sogenannte Selbstinfiltration und der damit einhergehende Wurmverlust passiert uns mit Menschen, welche uns viel bedeuten. Ich lasse mir doch lieber von meinem Partner etwas erzählen, als vom einem Wildfremden. Dennoch bleibt diese Information, welche auch Gefühle mit sich trägt, die des Partners. Dies kann auf Dauer eventuell dazu führen, dass ein Partner die Bedürfnisse des anderen lebt und nicht die eigenen. Bis es dann eines Tages zum finalen Countdown kommt und die Sache eskaliert. Plötzlich schreien sich Partner an, welche zuvor immer gelassen und rational vorgingen. Der Verstand hat bei dem Streit aber gerade Urlaub und die Emotionen haben Hochkonjunktur. Deswegen fallen allen Beteiligten immer erst im Hinterher die guten Ideen und Lösungen ein. Denn jetzt hat der Verstand Zeit und Ruhe, um über Lösungsstrategien nachzudenken. Wäre es nicht schön, aufgrund eines besseren Verständnisses adäquater reagieren zu können?

Um dieses Verständnis zu verbessern bindet Maja Storch nun die Gedanken von Julius Kuhl mit ein. Herr Kuhl fand heraus, das neben den Bewertungen auch die Art und Weise, wie die Welt wahrgenommen wird einen sehr großen Teil ausmacht. Er spricht von positiven und negativen Affekten, durch die verschiedene Funktionssysteme in der Psyche aktiviert werden. Schauen wir uns dazu die folgende Unterteilung der vier Funktionssysteme an:

 

Das Selbst

Der “grmpfl” Dickhäuter

Der Fehler Zoom

Der “grmpfl” Dünnhäuter

  • Wenig bis kein negativer Affekt
  • Ausprägung: Ruhe und Gelassenheit
  • Fähigkeit: Selbstberuhigung; Erkenntnisgewinn durch Loslassen; Gute Bewältigungsstrategien vorhanden
  • Kehrseite: wirken oberflächlich, da der Fehler Zoom aus ist; Schwierigkeiten Fehler zu bemerken
  • Starker negativer Affekt
  • Ausprägung: Empfindlichkeit
  • Fähigkeit: Selbstkonfrontation; Fehler vorhersehen; Gefahren entdecken
  • Kehrseite: Zugang zum Selbst und den persönlichen Bedürfnissen ist versperrt; Selbstkritik und Selbstzweifel hoch; Negative Sichtweise auf Dinge
   
Die intuitive Verhaltenssteuerung

Der “bingo” Dünnhäuter

Der Verstand

Der “bingo” Dickhäuter

  • Starker positiver Affekt
  • Ausprägung: Begeisterungsfähigkeit und Handlungsenergie
  • Fähigkeit: Selbstmotivierung; Müheloses Umsetzen von Taten; Zugriff auf Automatismen
  • Kehrseite: Kein planvolles Handeln, da Zugang zum Verstand geschwächt; Arbeitet an zu vielen Dingen gleichzeitig
  • Wenig bis kein positiver Affekt
  • Ausprägung: Strukturiertheit
  • Fähigkeit: Selbstbremsung; Langfristige Planungen
  • Kehrseite: wirken nüchtern und nicht spontan, da Zugriff auf intuitive Verhaltenssteuerung geschwächt; Schwierigkeiten spontan Gefühle zu zeigen

 

Mit dieser Unterteilung an der Hand, können wir uns jetzt an die Arbeit machen. Erstens, herauszufinden, welche Funktionsweise bei uns überwiegt, und, zweitens, lernen besser damit umzugehen. Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit zu lernen. Jeder Mensch besitzt auch alle vier Teilsysteme, mögen sie doch in ihrer Intensität unterschiedlich ausgeprägt sein. Julius Kuhl spricht von zwei Reaktionen. Die Erstreaktion ist jedem Menschen eigen und abhängig von Genetik, pränatale Erfahrungen, frühkindliche Erfahrungen. Dies gilt es lediglich zu sehen und zu verstehen. Die Zweitreaktion betrifft das Lernen und zwar dessen Teilsystems, welches weniger ausgeprägt ist. So mag es einem “bingo” Dünnhäuter gut tun, planvoller an Dinge heranzugehen, also ein wenig mehr zum “bingo” Dickhäuter zu werden. Dem “grmpfl” Dickhäuter sei angeraten, sich ein wenig in Kritik zu üben, um androhenden Schwierigkeiten rechtzeitig begegnen zu können, also Attribute vom “grmpfl” Dünnhäuter zu übernehmen. Dünnhäutern sei generell geraten ein wenig mehr Dickhäuter zu werden, sofern die Situation es erfordert und vice versa.

Abschließende Worte zum Beziehungsglück

Zum Abschluss sei gesagt, das jede Frau und jeder Mann einen Haken haben, also mit gewissen Schwierigkeiten in eine Beziehung eintreten. Dieser Haken kann objektiver oder subjektiver Natur sein. Sollten sich viele Menschen darüber einig sein, dass diese Person ein wenig anstrengend ist, da er in öffentlichen Gesprächen immer Monologe führt, oder generell immer ca. 2 Stunden zu spät kommt, oder oder oder, so sprechen wir von objektiveren Haken. Subjektiv ist ein Haken dann, sobald er mit Eintritt in eine Beziehung auftritt und vorher nicht wahrgenommen wurde. Vorher störte dieser Haken niemanden. Er wurde erst in einer Beziehung zum Thema. Es wurde vorher gesagt, dass jeder Mensch lernen kann. Doch auch die Flexibilität des Lernens hat ihre Grenzen. Wenn die Unterschiede zwischen zwei Partnern zu groß sind, mag es fast unerreichbar scheinen, diese Kluft zu überbrücken. Entweder bringen beide Partner genügend Akzeptanz für die Andersartigkeit auf, ohne in einem faulen Kompromiss zu enden, oder sie trennen sich. Denn wie das Sprichwort “gleich und gleich gesellt sich gern” besagt, sollte nicht zu viel Salz in der Suppe sein. Gegen ein wenig, hat niemand etwas einzuwenden. Die friedvolle Koexistenz scheint mir doch ein sehr angemessenes Ziel zu sein, solange beide Partner in Übereinstimmung mit ihren Gedanken und Gefühlen leben und wenn auch nicht in ganzer Übereinstimmung mit den Bedürfnissen des Partners, dann zumindest in verständnisvoller Akzeptanz. Was hat das jetzt alles mit den somatischen Markern zu tun und was sind somatische Marker eigentlich?

Somatische Marker

Bevor ich auf die somatischen Marker eingehe, möchte ich Sie folgendes fragen. Wie treffen Sie denn generell Entscheidungen? Treffen Sie Entscheidungen nach dem Zufallsprinzip? Dann besteht eine 50/50 Gewinnchance, eine situationsgerechte Entscheidung getroffen zu haben. Vielleicht lassen Sie Entscheidungen auch von außen treffen, also Sie entscheiden nicht, sondern es wird für Sie entschieden. Oder ziehen Sie eher den Verstand zu Rat? Der mag seine Zeit in Anspruch nehmen, denn der Verstand arbeitet sehr akribisch. Sollten Sie der Meinung sein, das Sie Entscheidungen meist aus dem Bauch heraus treffen, so frage ich Sie, wie gehen Sie da vor? Lassen wir diese Fragen bis zum Ende des Kapitels offen und denken dann noch einmal darüber nach.

Nun zu den somatischen Markern. Die Theorie der somatischen Marker stammt von dem portugiesischen Neurowissenschaftler und Bewusstseinsforscher António Damásio. Es ist eine Theorie über menschliches Entscheidungsverhalten, welches zum größten Teil emotionaler Natur ist. Diese Theorie besagt, das Erfahrungen verkörperlicht werden und somit unsere Entscheidungen beeinflussen. Das emotionale Erfahrungsgedächtnis nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Es speichert Erfahrungen ab. Ausserdem bewertet es jede Erfahrung in Form eines positiven oder negativen Gefühls und einer Körperempfindung. Diese Bewertungen haben einen evolutionären Ursprung, denn sie signalisieren uns, ob eine Situation positiv oder negativ ist, und sorgen somit für unser Überleben. Dieses emotionale Erfahrungsgedächtnis teilt sich über Gefühle und Körperempfindungen (somatische Marker) mit. Dies beantwortet auch schon die Frage, was somatische Marker denn sind. Somatische Marker sind Körperempfindungen. Wie könnten sich diese bemerkbar machen? Dazu eine kurze Gegenüberstellung von negativen und positiven Markern.

Negative somatische Marker

  • Herzrasen, Atemnot, Schweißausbruch könnten Angst signalisieren.
  • Muskelspannung nimmt zu, Atem beschleunigt sich. Jemand wird wütend.
  • Der Magen dreht sich sprichwörtlich um. Jemand sträubt sich gegen etwas.
Positive somatische Marker

  • Entspannung im ganzen Körper könnten Ruhe, Akzeptanz, Gelassenheit signalisieren.
  • Schmetterlinge im Bauch deuten auf ein Verliebtsein hin.
  • Warme Hände und Füße könnten auf ein wohlwollendes Loslassen hindeuten.

 

Somatischer Marker können auch als die Summe aller Erfahrungen verstanden werden. Wenn sie die Summe aller meiner Erfahrungen sind, dann brauche ich ja in Zukunft nur auf diese hören und erspare mir das anstrengende Denken. Stop! Diese Signalsysteme nehmen uns nicht das Denken ab, sondern erleichtern es uns, vorausgesetzt wir wissen diese Signale richtig zu interpretieren. Das Bewertungssystem des emotionalen Erfahrungsgedächtnisses arbeitet binär mit zwei Skalen (positiv/negativ, bzw. Stop/Go) und dies tut es ziemlich schnell. Wenn Sie nun Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, ist es erstmal wichtig, die Signale wahrzunehmen und sie dann richtig zu interpretieren. Somit unterstützen uns diese Signale bei Denkprozessen bezüglich der Entscheidungsfindung. Manchmal steht die Entscheidung schon fest, obwohl wir noch gar nicht ernsthaft darüber nachdenken konnten. Das liegt daran, das somatische Marker vorgeschaltet sind, also vor dem eigentlichen Denkprozess aktiv sind.

Das Gesagte spricht gegen den Glaubenssatz, das gute Entscheidungen auf einen guten Verstand allein beruhen. Dies stimmt nicht ganz. Laut António Damásio entscheidet das Unbewusste der Gefühlswelt ganz wesentlich mit, denn schließlich sind diese Gefühle aus ganz wichtigen Lebenserfahrungen entstanden. Diese gespeicherten Gefühle reproduzieren sich immer wieder. Sollten diese Gefühle positiv sein, ist alles gut. Sollten sie jedoch negativ sein, wäre es sinnvoll, sie besser zu verstehen. Denn schließlich entscheiden sie mit über unser Annäherungs-, und Vermeidungsverhalten. Prinzipiell ist es wichtig negative, sowie auch positive Marker zu erkennen, denn beide geben uns jede Menge Information über uns. Um eine der Anfangsfragen wieder aufzugreifen, wie Sie Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, was würden Sie nun antworten?

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Verwendete Literatur:
Storch, Maja: Lieben Sie doch, wenn Sie wollen. Hogrefe (2017)

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