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veröffentlicht am: 4. März 2018

Selbstmotivierung und Vorsätze

Das Jahr 2017 ist beendet. 2018 hat erst vor wenigen Tagen begonnen und die Tätigkeiten, um die guten Vorsätze umzusetzen, laufen auf Hochtouren. Vielleicht tun sie dies auch nicht und es mangelt an notwendiger Motivation. Der innere Schweinehund ist mal wieder stärker. Das Abonnement für ein Fitnessstudio ist abgeschlossen, die Besuche bleiben jedoch aus. Die Zigaretten liegen immer noch im Augenwinkel auf dem Tisch. Da sollten sie eigentlich schon lange nicht mehr sein. Vorsätze jeden Tag für die Universität zu lernen, ganz nach dem Musterschüler, welcher immer alles vor- und nachbereitet, scheinen nicht aufzugehen. Sie können die Liste gerne mit ihren eigenen Vorsätzen erweitern. Was läuft bei der Umsetzung nicht ganz richtig und was können Sie tun, um doch noch ihren Zielen näher zu kommen? Wenn Sie diese Frage interessiert, wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit diesem Artikel. Haupt-Ankerpunkt dieses Artikels stellt ein Buch von Jens-Uwe Martens dar. Es trägt den praktischen Titel “Praxis der Selbstmotivierung – Wie man erreichen kann, was man sich vornimmt”.

Selbstmotivierung als Notwendigkeit

Was haben Michael Jordan, Oprah Winfrey, Steve Jobs, Walt Disney und Tony Robbins gemeinsam? Sie alle sind definitiv sehr erfolgreich. Das wäre eine Gemeinsamkeit. Doch wie motivieren sich diese fünf Charaktere? Michael Jordan gewann eine Menge an Motivation aus seinen Fehlern. Seine Fehler brachten ihn dazu sehr hart zu trainieren und sobald der Körper eine Pause brauchte, machte er einfach im Kopf weiter und visualisierte. Michael übernahm Verantwortung für sein Leben und wurde zu einem der besten Basketballspieler. Obwohl Oprah Winfrey einen weniger privilegierten Hintergrund hatte, gab sie ihr Schicksal nicht in die Hände der Umstände, sondern übernahm auch Verantwortung für ihr Leben und kreierte ihre eigenen Gedanken und somit ihr eigenes Leben. Dies brachte sie von der Nachrichtenredakteurin zu ihrer eigenen Talkshow, dann zu ihrem eigenen Buchclub und schließlich zu ihrem eigenen TV Sender. Steve Jobs, Mitbegründer von Apple, nutzte die Tatsache, dass das Leben endlich ist und der Tod einen ungemein motivieren kann, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dies gab er in einer Rede an der Stanford Universität preis. “Remembering that I will be dead soon is the most important tool I have ever encountered to help me make the big choices in life. Because almost everything – all external expectations, all pride, all fear of embarrassment or failure – these things just fall away in the face of death, leaving only what is truly important” (Scott, 2017). Für Walt Disney und Tony Robbins war es einer innerer Antrieb names Neugierde und Hunger für . Neugierde brachte Walt dazu, immer neue Dinge auszuprobieren und Hunger ist etwas laut Tony Robbins, das erfolgreiche Menschen ein Leben lang besitzen. Für Tony war es speziell der Hunger, Menschen zu helfen.

Es scheint, als wenn Selbstmotivierung eine Notwendigkeit war, um erfolgreich zu werden. Nicht jeder wird es zu Weltruhm schaffen, dennoch steht fest, dass die Person, welche sich selbst motivieren kann, aktiv in ihren Lern-, bzw. Entwicklungsprozess eingreifen kann. Selbstmotivierung sorgt also zum einen dafür, unser Leben selbst zu gestalten und zum anderen dafür, gesteckte Ziele mit Freude und Erfolg zu erfüllen. Es entbehrt eigentlich der Erwähnung, dass die fünf oben genannten Personen, hart an ihren Zielen gearbeitet haben. Vielleicht wurde ihnen ein gewisses Talent mit in die Wiege gelegt, dennoch, ohne konstante und konzentrierte Arbeit, ein Ziel vor Augen in Etappen zerlegt, nützt einem Menschen das größte Talent nichts, sofern es sich in alle Richtungen zerstreut. Glücklich zu leben, scheint also mit einem Ziel zu tun zu haben, und eventuell sogar mit einem hohen Ziel. Dem hohen Ziel mit ganz kleinen Schritten immer näher zu kommen, gepaart mit positiven Gedanken und Gefühlen, trägt maßgeblich zu unserer Zufriedenheit bei.

Definition und Annahme

Der Begriff Motivation hat lateinische Wurzeln, von “movere = bewegen” und kann allgemein als die ausschlaggebende Variable in Prozessen, zur Initiierung, Richtungsgebung und Aufrechterhaltung einer physischen und psychischen Tätigkeit gesehen werden. In der Psychologie wird angenommen, dass alle Lebewesen sich auf bestimmte Reize hinbewegen und von anderen Reizen wegbewegen, abhängig von Disposition (Personenmerkmale) und individuellen Vorlieben (Soziokulturelle Merkmale). Das Verständnis dieser Annahme hilft in der Psychologie unter anderem dabei, Verhaltensvariablilität zu erklären. Leistungsunterschiede können nicht immer auf Unterschiede in Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Übung zurückgeführt werden. Wie lassen sich die Motive von Extremsportlern beim Wellensurfen, Rafting, Free Solo Climbing, Klippenspringen etc. erklären? Motivation kann hierauf eine Antwort bei dem Zusammenhang von Beharrlichkeit trotz Widrigkeit geben.

Betrachten wir die Grundannahme ein wenig genauer. Alle Lebewesen, im jetzigen Fall Menschen, bewegen sich auf bestimmte Reize hin und von anderen weg. Dafür ist es notwendig aufmerksam zu sein, und worauf ein Mensch seine Aufmerksamkeit lenkt, obliegt ihm. Das unterstellt, dass der Mensch einen freien Willen hat, sich also aus freien Stücken für oder gegen etwas entscheiden kann. Er nimmt somit aktiv Einfluss auf sein Leben. Peter Bieri drückt es sehr gut aus, in dem er den Menschen verdoppelt. Die Verdopplung sitzt auf einer höheren Warte, wie auf einen Roß und blickt hinunter zum Menschen, beobachtend. Diese Beobachterperspektive ist speziell dem Menschen innewohnend und trägt dazu bei, aktiver Gestalter des Lebens zu werden. Das tun manche Menschen sehr oft. Stellen Sie sich einfach vor, Sie sind in einer regen Diskussion emotional getriggert worden. Verschiedenste Gedanken schießen ihnen durch den Kopf, Gefühle des Unmuts tun sich auf. Sie beobachten lediglich und atmen. Vielleicht trägt schon diese Beobachtung allein, zusammen mit der Atmung, zu einer Linderung des emotionalen Ansturms bei.

PSI Theorie

Halten wir noch einmal fest. Alle Menschen bewegen sich auf Reize entweder hin oder von ihnen weg. Warum tun Menschen das? Julius Kuhl hat dazu seine Theorie (Persönlichkeit-System-Interaktion), kurz PSI Theorie, entworfen. Er unterteilt dabei das Gehirn in vier Makrosysteme, wobei zwei jeweils in der linken und rechten Hirnhälfte lokalisiert sind. Die Syteme der linken Gehirnhälfte (hier in roter Farbe) sind bewusst, planerisch und denkend dabei, Aufgaben zu lösen. Die Systeme der rechten Gehirnhälfte (hier in grüner Farbe) sind unbewusst, intuitiv und fühlend dabei, wahrzunehmen was passiert und was passieren sollte.

 

Im Genaueren ist das Intentionsgedächtnis (linke Gehirnhälfte) für Absichten zuständig. Absichten sind hilfreich, schwierige Handlungen ins Auge zu fassen, sie nicht zu vergessen, um sie schließlich in den Handlungsplan zu integrieren. Das Intentionsgedächtnis arbeitet hierbei analytisch und zielorientiert und hilft uns dabei unsere Motivation zu kanalisieren. Anders das Ausführungssystem (rechte Gehirnhälfte). Es ist zuständig, für die ins Auge gefasste Handlung eine passende Handlungsmöglichkeit zu finden. Kuhl nennt dieses System auch die intuitive Verhaltenssteuerung, da es den richtigen Zeitpunkt für die Ausführung einer Handlung auswählt. Das Extensionsgedächntis (rechte Gehirnhälfte) hingegen, kann als sehr umfassender Gedächtnisspeicher gesehen werden, welcher all unsere Lebenserfahrungen gespeichert hat und unsere Bedürfnisse, Werte, Erwartungen und Wünsche nicht außer Acht lässt. Ganzheitlich arbeitetend hilft uns dieses System eine höhere Kongruenz herzustellen, zwischen den Zielen und den eigenen Bedürfnissen und Werten. Ein sehr wichtiger Punkt des Extensionssystems ist, das es positiv gestimmt uns einen viel leichteren Zugang zu unseren Erfahrungsschatz gibt. Genau diesen benötigen wir, wenn die Lage mal wieder brenzlig wird. Das Objekterkennungssystem, man könnte es auch (problem-detection-solution-system) nennen, löst Probleme aus dem Gesamtkontext heraus, wägt Risiken ab und unterstützt somit bei der Zielerreichung.

Das war ein kurzer Überblick zu den vier Makrosystemen. Schauen wir uns nun das Rubikon Modell mit seinen vier Phasen an. Jedes der vier Makrosysteme nach Kuhl ist einem der vier Phasen des Rubikon-Modells zuzuordnen. Auch die 20 Regeln zur Selbstmotivierung lassen sich jeweils gebündelt der jeweiligen Phase zuordnen.

Den Rubikon überqueren

Dieses Rubikon Modell nach Heckhausen und Gollwitzer beschreibt vier Handlungsphasen der Entwicklungsregulation, in Rahmen der Motivationstheorie. Die Motivation wird in diesem Modell von der Volition unterschieden. Die Volition befasst sich mit der Umsetzung einer Intention in eine Handlung. Der Übergang von der Motivation zur Volition ist das berühmte Überschreiten des Rubikon. Der Rubikon ist ein Fluss, welcher eine spezielle römische Provinz von dem eigentlichen Italien trennt. Im römischen Bürgerkrieg, Cäsar gegen Pompeius Magnus, bekam der Rubikon eine spezielle Bedeutung. Entgegen dem Entschluss vom Senat, sein Heer zu entlassen und seine Befehlsgewalt niederzulegen, entschloss sich Cäsar mit seinen Truppen den Rubikon zu überschreiten. Dies stellte eine Kriegserklärung an den römischen Staat dar und Cäsar war sich dessen bewusst, dass es nun kein Zurück mehr gab.

Jede Phase des Modells umfasst dabei eine spezifische Aufgabe. Die zentrale Annahme des Modells liegt darin, dass jede Phase mit einer kognitiven Orientierung verbunden ist, welche unterstützend bei der Lösung der jeweiligen Aufgabe helfen soll. In der Phase des Abwägens, sind wir offen für jeden Input. Wir suchen Informationen und fühlen uns manchmal überwältigt, bis wir dann eine Entscheidung getroffen haben. Diese Entscheidung hilft dabei unseren Fokus zu setzen und zielabträgliche Informationen nicht mehr zu beachten. Das Ziel wird somit in uns manifestiert. In der ersten Phase des Abwägens stellen wir also verschiedene Handlungspläne gegenüber und wägen ab, was von diesen Plänen erreichbar wäre und was nicht. Wir halten uns dabei die Konsequenzen vor Augen. In dieser Phase lassen sich laut Jens-Uwe Martens vier Regeln zuordnen.

  1. Das Ziel attraktiv machen
  2. Aktivieren intrinsischer Bedürfnisse
  3. Persönliche Ziele
  4. Ziele visualisieren

In der zweiten Phase, der Phase der Entscheidung verpflichten wir uns gegenüber dem Ziel. Die Verpflichtung beinhaltet, das Ziel beharrlich trotz Widerständen zu verfolgen. Sollten wir mehrere miteinander konkurrierende Ziele haben sollen, wird höchstwahrscheinlich das attraktivste Ziel verfolgt. Das könnte erklären, warum es manchmal so schwer sein kann, sich für mehrere Stunden hinzusetzen, um etwas anstrengendes zu lernen. In der Phase der Entscheidung helfen uns vier Regeln.

  1. Ziele öffentlich machen
  2. Argumente sammeln
  3. Vor- und Nachteile abwägen
  4. Reframing

Die dritte Phase der Zielverfolgung ist gekennzeichnet durch den berühmten ersten Schritt. In dieser Phase müssen wir uns mehrfach kontrollieren, um zum einen die Motivation aufrecht zu erhalten, in dem wir uns die Attraktivität des Ziels vor Augen halten. Zum anderen gilt es zielabträgliche Informationen auszublenden und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Emotionsregulation spielt hierbei eine bedeutende Rolle, denn Rückschläge bedürfen der Nachbearbeitung, um eventuell bessere Ressourcen zur Emotionsregulation auszuwählen und/oder Strategien zur Zielerreichung zu ändern. Der Weg zum Ziel lässt sich mit 11 Regeln beschreiben. Die ersten 8 Regeln befassen sich mit dem inneren Einfluss.

  1. Energielevel hochhalten
  2. Selbstmotivierung durch Handeln
  3. Aufmerksamkeitskontrolle
  4. Gewohnheiten aufbauen
  5. Gefühle ansprechen
  6. Positive Erfahrungen machen
  7. Pendeln
  8. Die eigene Angst nutzen

Die weiteren 3 Regeln befassen sich mit dem äußeren Einfluss.

  1. Den Einfluss der Gruppe beachten
  2. Vorbilder und passende Bezugspersonen suchen
  3. Konsum von Massenmedien beachten.

Die letzte Phase befasst sich mit der Frage, wie wir mit der ganzen Handlung und der Zielerreichung umgehen. Wir kommen, zumindest wäre dies erträumenswert, zu einem starken Abschluss, was auch gleichzeitig die letzte Regel aussagt. Das Zielstreben kann entweder positiv oder negativ erlebt werden. Sofern es positiv ist (also, ein starkter Abschluss), ist alles gut, und es wird genau so weitergemacht. Ist es jedoch negativ, bedarf es einer neuen Lernerfahrung, um in Zukunft nicht noch einmal den gleichen Fehler zu begehen.

  1. Das eigene Selbst stärken

“Disziplin ist der wichtigste Teil des Erfolgs.” Truman Capote

Wer tut, erreicht. Das stimmt, jedoch mit Einschränkungen. Sich etwas vornehmen, es immer wieder tun, beharrlich sein, Hindernisse überwinden und schließlich schimmert das Ziel in ganz weiter Ferne vor Augen. Es wird des Öfteren gesagt, vor allem in der Alltagspsychologie, das Selbstdisziplin angeboren wäre, oder das genau die Menschen mit einer ordentlichen Menge Disziplin anderweitig kompensieren müssten, da sie sich selbst kasteien. Das stimmt so nicht ganz, denn Selbstdisziplin lässt sich auf der einen Seite erlernen und auf der anderen Seite, muss es nichts negatives sein. Denn über Nacht ist bestimmt noch kein Künstler vom Himmel gefallen. All die Menschen, welche großes vollbracht haben, sind dies höchstwahrscheinlich ihrer Disziplin zu Schulden. Sie arbeiteten konzentriert und langfristig an einem Ziel, regelmäßig Justierungen vornehmend, Emotionen regulierend, bis sie schließlich ankamen. Wie das nun im Einzelnen aussehen kann, darum wird es jetzt gehen.

Phase 1: Abwägen

Die erste Phase beschäftigt sich mit Zielen, deren Klärung und Bearbeitung. Ziele sollten dreifach charakterisiert sein. Zum einen wäre es sehr hilfreich, wenn ein Ziel von uns kommt, und zum anderen, dass es uns persönlich wichtig ist. Diese beiden Charakteristika scheinen vorbehaltlos zusammen zu gehören, jedoch zeigt die Realität sehr oft eine große Diskrepanz der ersten beiden Punkte. Stammen die Ziele nämlich nicht von uns, sondern wurden von einer weiteren Person in uns hineinprojiziert, so mag es langfristig zu einem Einbruch der Motivation kommen. Zu guter letzt tut sich jeder einen Gefallen, das Ziel so klar wie möglich zu formulieren.

Regel 1 – Das Ziel attraktiver machen

Bei der ersten von den 20 Regeln steht die Attraktivität des Ziels im Vordergrund. Hierbei ist es anfangs hilfreich den größeren Rahmen zu sehen, in dem Dinge eingebettet sind, also mein Ziel und all seine Implikationen. Setze ich mir als Ziel in eine andere Stadt zu ziehen, hat dies Konsequenzen auf meinen Freundeskreis, meinen kulturellen Input, Verdienstmöglichkeiten, Freizeitbeschäftigungen etc. Dies kann dazu führen, das Leben umfassender zu leben. Die Stärke der Motivation und somit auch die Attraktivität des Ziels, ist abhängig vom Wert der Belohnung bei Erreichung des Ziels, der Erfolgswahrscheinlichkeit das Ziel wirklich zu erreichen und dem Bild, welches ich von mir habe inklusive meiner Motive, Bedürfnisse und Werte.

Ist das Ziel zu schwer zu erreichen, stellt dies ein Problem dar, d.h. die Komplexität des Ziels in kleine Schritte zu zergliedern, wäre ein erster Schritt dieses Problem aufzulösen. Gleichzeitig stellt dieses schwere Ziel eine Herausforderung dar, um zu lernen und zu wachsen. Im positiven, d.h. durch die Bewältigung der einzelenen kleinen Schritte und der Zielerreichung, stärkt dies unseren Selbstwert. Was letztlich als schwer einzuordnen ist, kann nur vom Handelnden selbst bewertet werden. Für mich kann es sehr leicht sein, Tanz zu lernen, im Vergleich mit der Erlangung eines Doktortitels in Physik. Bei jemand anderem mag dies komplett vertauscht sein. Also, wie schwer etwas wirklich ist, liegt in der Wahrnehmung des Handelnden. Abträglich für unser Wachstum ist es wenn das Ziel zu leicht ist. Wenn ich ein schweres Ziel in 15 leichte Schritte zerlege, bleibt das Ziel immer noch schwer, jedoch wird es durch die Zerlegung in Einzelschritte auch erreichbar. Ist jedoch mein Endziel bereits leicht, z.B. das Lernen von Fachvokabular einer Sprache, welche ich bereits beherrsche, so trägt dies nicht zu persönlichen Wachstum bei. Jetzt lässt sich natürlich die Frage stellen, ob persönliches Wachstum wichtig ist. Diese Frage überlasse ich Ihnen, denn ich finde, die Antwort kann bzw. muss sich jeder Mensch selbst geben. Ein leichtes Ziel ist definitiv nichts schlechtes. Dieser Artikel fokussiert sich jedoch auf Ziele, welche den inneren Schweinhund überwinden müssen, z.B. den Erwerb eines Bachelors, das Einstellen von Rauchen, das Abnehmen, eine neue berufliche Herausforderung etc.

Äußere Widerstände könnten bei der Zielerreichung auch unterstützend wirken. Dies ist abhängig von den Bewältigungserfahrungen, welcher ein Mensch machte, d.h. stand ich schon öfter vor einem unbezwingbaren Problem und schaffte es trotz Widrigkeit, das Ziel zu erreichen, so arbeitete ich an meinen Bewältigungsstrategien. Innere Widerstände, ein zu viel an sich widerstrebenden Bedürnfnissen oder Wünschen, kann als großes Hindernis gesehen werden. Näheres zu den typischen “zwei Seelen wohnen in meiner Brust” Geschichte in Phase 3. Es ist ja so, das wir meistens die attraktiven Ziele verfolgen. Aus diesem Grund ist es ratsam, das anzustrebende Ziel mit positiven Attributen (Gedanken, Gefühlen, Vorstellungen etc.) zu verbinden. Wichtig ist hierbei, sich in seiner eigenen Wertehierarchie auszukennen, um das Ziel dort genau einordnen zu können. Steht das Ziel in enger Verbindung mit meinen Werten, so tue ich mir damit einen Gefallen, z.B. ich bin ein Naturliebhaber, möchte bei Greenpeace arbeiten und studiere aus diesem Grund Geologie (Bachelor und Master). Hier wäre die innere Haltung zur Natur ein Wert, welcher mit dem Ziel des Studiums gut zu verbinden wäre. Je vertrauter uns überdies ein Ziel ist, desto positiver wird es auch bewertet. Dies spricht dafür, sich aus verschiedensten Ressourcen Informationen über das Ziel einzuholen, durch Literatur, Gespräche mit Personen aus diesem Fachgebiet, oder einfach die direkte Beobachtung des Ziels, im Falle eines Studiums oder einer fremden Stadt. Ausserdem ist es von Vorteil, nicht nur das Ziel attraktiv zu gestalten, sondern auch den Weg, denn schließlich werden wir uns eine ganze Weile damit befassen und hierbei könnte Langeweile auftreten.

Regel 2 – Aktivieren intrinsischer Bedürfnisse

Das Aktivieren von intrinsischen Bedürfnissen steht auf Platz 2. Hier steht wieder das Ziel an sich und auch das Tun im Vordergrund. Der Unterschied zwischen intrinsisch und extrinsisch motiviert besteht darin, das die Freude an einer Sache allein der intrinsischen Motivation eines Menschen zuzusprechen ist, wohingegen die extrinsische Motivation auf äußere Anreize, z.B. Belohnung, zurückzuführen ist. Tue ich etwas, weil ich es liebe, weil ich es will, weil es mir gut tut, so ist dies intrinsisch. Tue ich es hingegen für mehr Geld, Ansehen, Ruhm, Lob etc. so ist dies extrinsisch. Es wurde nachgewiesen, das extrinsische Motivation alleinig die innere Beteiligung herabsetzt. Diese innere Beteiligung ist jedoch wichtig für ein höheres Ausmaß an Lebenszufriedenheit. Dies liegt laut Julius Kuhl an unserem Extensionsgedächtnis, zu dem wir intrinsisch motiviert einen viel besseren Zugang haben. In diesem Gedächtnis liegt ein großer Schatz an Erfahrungen, Gedanken, Gefühlen bereit, welcher uns in einer entspannten Situation zur Verfügung steht, um noch kreativer zu sein. Der angeborenen Neugierde kommt dabei auch eine wichtige Funktion zu, denn diese hilft uns bedeutungsvolle Details bewusst wahrzunehmen, heraus aus einem Sklavendasein (= äußerer wie auch innere Zwang), hin zu mehr Selbstbestimmung. Das eigene Interesse an einer Tätigkeit und die ihr zugrundliegende Kompetenz, diese Tätigkeit auch ausführen zu können, führt letztlich zu einer verbesserten Selbstbestimmung. Selbstbestimmung bedeutet hier die Übereinstimmung von inneren Wünschen und äußeren Gegebenheiten. Eine höhere Selbstbestimmung trägt somit auch zu einem erhöhten Wohlbefinden bei.

Regel 3 – Persönliche Ziele

Es besteht ein schmaler Grad zwischen Regel 2 und Regel 3. Völlig in seinem Tun aufzugehen, ist demjenigen möglich, der ein Ziel vor Augen hat. Liegt ihm dieses Ziel am Herzen, also kommt das Ziel aus dem Extensionsgedächtnis, und hat somit einen hohen subjektiven Wert- und Sinnzusammenhang, so sprechen wir von einem persönlichen Ziel. Persönlich kann ein Ziel schon deswegen sein, da es sich auf das Erreichen von Sicherheit und Bindung (Liebe) konzentriert. Sicherheit, genug zum Essen zu haben, ein Dach über den Kopf, und Bindung, das Bedürfnis nach Zugehörigkeit durch den Kontakt zu anderen Menschen, stellen zwei wichtige Bereiche für unsere seelische Gesundheit dar. Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Selbstbild, welches eng mit unserem Selbstwert verbunden ist. Es gehört viel Mut dazu, für seine persönlichen Ziele trotz Widrigkeit einzustehen. Die Widrigkeit kann hierbei von uns heraus kommen, als Selbstsabotage, und von anderen Menschen, als Kritik vernünftig zu werden. Fragen wie, “wer bin ich” und “wer will ich sein”, sind eng mit diesem Selbstbild verbunden. Andere Menschen sind manchmal der Meinung, das sie besser wüssten, was für uns gut und richtig ist. Dies mag lediglich für sehr wenige Menschen zutreffen, diese nennen sich unter anderem Therapeuten, und auch hierbei gibt es riesige Unterschiede in der Herangehensweise an ein Problem. Der Mensch hat die Antworten in sich, lediglich das Gehör im Laufe der Zeit verloren, auf seine innere Stimme zu hören, die wirklichen persönlichen Ziele überhaupt wahrzunehmen. Zu sehr noch werden viele Menschen von äußeren Einflüssen, ggf. Fremdbildern, gesteuert.

In einer Längsschnittuntersuchung wurde herausgefunden, dass eine Abhängigkeit des subjektiven Wohlbefindens von der der Wechselwirkung zwischen Entschlossenheit, der Realisierbarkeitserwartung und den tatsächlichen Fortschritten bei der Zielumsetzung, die zu einem früheren Zeitpunkt gemessen wurden, besteht. Das Wohlbefinden war nur dann deutlich erhöht, wenn diese drei Vorbedingungen (Entschlossenheit, Realisierbarkeitserwartung und Fortschritte) gleichzeitig erfüllt waren. (Martens, 2012) Dies spricht deutlich für ein selbstbestimmteres Leben im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen.

Regel 4 – Ziele visualisieren

Die letzte Regel der ersten Phase hat mit Bildern zu tun. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, denn sie geben dem Handeln eine Orientierung und dies geschieht ganz unbewusst. Wieder spielt das Extensionsgedächtnis eine wichtige Rolle. Am Anfang erwähnte ich unter anderem Oprah Winfrey, welche der festen Überzeugung war, nicht Opfer ihrer Umstände zu sein, sondern Gestalter ihres Lebens. Laut Kuhl sind diese erfolgreichen Gestalter Handlungsorientierte, welche sich mit wirksamen Bildern motivieren. Wirksame Bilder sind hierbei geeigneter als verbale Instruktionen, was für lageorientierte Menschen spricht. Bilder aktivieren nicht nur wichtige Teile unseres Gehirns, in dem sie uns unbewusst beeinflussen und somit auch viel schneller sind als Kognitionen, sie schaffen überdies eine höhere Wachheit/Sensibilität, was für die Zielerreichung wichtig ist. Visualisieren grenzt schon fast an Magie. Geschlossene Augen, das Theater hat volle Fahrt voraus. Auf dem inneren Auge, sehend, aber auch noch alle anderen Sinne miteinbeziehen, hören, riechen, schmecken, tasten. Was noch nicht Wirklichkeit ist, kann dadurch schon einmal einen ersten Geschmack hinterlassen. Antoine Des Saint-Exupéry drückte es mit diesen Zeilen wahrhaft aus: “Jedes starke Bild wird Wirklichkeit.”

Auf dem Punkt gebracht:

Regel 1: Sehe den größeren Rahmen → Baue Vertrauen auf durch Einholung von Informationen → Teile schweres Ziel in Teilschritte auf → Sehe Herausforderungen als Wachstumschance → Attribuiere das Ziel positiv

Regel 2: Lerne zwischen intrinsisch und extrinisch zu unterscheiden → Erhöhe die Kompetenz bezüglich der Tätigkeit → Achte auf Details

Regel 3: Lerne zwischen Selbstbetimmung und Fremdbestimmung zu unterscheiden → Sehe Zusammenhang zwischen Ziel und Selbstbild

Regel 4: Denke in Bildern statt in Worten

Phase 2: Entscheiden

Die zweite Phase der Entscheidung fokussiert sich auf die Zielbindung. Ob ein Ziel erreichbar ist, in welcher Zeit und unter welchen Umständen, werden wir erst herausfinden, wenn wir uns dafür entschieden haben und es auch in die Tat umsetzen. Für die jedoch Entscheidung ist Motivation von Nöten. Motivation hat hier zwei Seiten, eine emotionale und eine rationale. Entscheidungen rational zu untermauern ist zuträglich, da die Entscheidungen somit über eine längere Zeit bestehen bleiben. Entscheidungen die nur emotional getroffen werden, also aus dem Bauch heraus, können mit dem nächsten Wind verfliegen. Nicht spontane/rationale Handlungen hingegen beginnen mit einem Gedanken. Gerade die ersten Gedanken sind sehr wichtig und es wäre sinnvoll diese zu hinterfragen. Die Frage zielt darauf ab, ob dieser Gedanke aus einem spontanen Impuls (Gefühl) entsprungen ist, oder aus dem eigenen Wertesystem (etwas zu erreichen oder gar zu vermeiden). Wichtig ist hierbei, zu sehen, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt, sondern lediglich Annäherungen. Absolute Wahrheiten gibt es in der Mathematik (2+3=5) oder in der Naturwissenschaft (Gravitationskraft), jedoch nicht in subjektiv denkenden System wie den Menschen. Über alles was diskutabel ist, lässt sich nichts endgültiges sagen, da eine subjektive Bewertung enthalten ist. Diese subjektive Bewertung, also der Wert multipliziert mit der Wahrscheinlichkeit das Ziel zu erreichen, ergibt die Motivationsenergie, nur dann wenn Wert und Wahrscheinlichkeit durch Versagensangst geteilt werden. Die Angst kann hierbei zwei Formen annehmen. Zum einen die Form der Gestaltergrundhaltung, also die Haltung der Person Gestalter über das Schicksal zu sein und zum anderen durch die Form der passiven Bewältigungsform, Ängste zu verneinen oder zu verdrängen. Dazu ein Bild:

Regel 5 – Ziele öffentlich machen

Die erste Regel der zweiten Phase und somit die fünfte Regel befasst mit der Veröffentlichung der Ziele. Erinnern Sie sich an die Tatsache, das Menschen Geschichten erzählen. Je öfter sie dies tun, desto mehr glauben sie daran und schließlich leben sie diese Geschichten. Die öffentliche Bekanntgabe macht einen Rückfall unwahrscheinlicher. Durch die Bekanntgabe wird überdies die Motivation gestärkt, sofern zumindest einer von drei oder alle drei Punkte erfüllt sind. Bin ich in einer guten Stimmung bei der Veröffentlichung meines Ziels, so wirkt sich dies positiv auf meine Motivation aus. Da die meisten Menschen spüren, ob eine Äußerung wahrhaftig ist, ist es ratsam nicht zu spielen, sondern das zu veröffentlichen, was man auch wirklich fühlt. Sollten dadurch negative Stimmungen verschwinden, so ist die ein weiterer Indikator dafür, die Motivation zu steigern. Im Englischen gibt es einen Spruch “fake it until you make it”, welcher regelmäßig angewandt, zu positiven Veränderungen im Selbst führt, jedoch zu Unmut bei Mitmenschen, da sie eine fehlende Authentizität wahrnehmen. Die Entscheidung bleibt ihnen überlassen, welchen Weg sie einschlagen. Der dritte Punkt betrifft die Übereinstimmung der Äußerung mit der eigenen Person. Identifiziere ich mich mit der Äußerung, stimmt die Äußerung mit meinem Selbstbild überein, so befinde ich mich auf dem Königsweg und somit voll angekommen in Phase 2.

Regel 6 – Argumente sammeln

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte;
achte auf deine Worte, denn sie werden Taten;
achte auf deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten;
achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter;
achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal.
Talmud

Nachdem wir die Entscheidung veröffentlicht haben, geht es nun darum, mit Argumenten das Ziel zu untermauern. Argumente sammeln stärkt die Motivation. Je schwerer es war die Argumente zu finden, desto mehr mussten wir uns mit dem Kombinieren verschiedener Ressourcen auseinandersetzen. Durch diese tiefe Arbeit bauen wir eine Brücke zwischen unserem Extensionsgedächtnis und den Argumenten. Das Extensionsgedächtnis ist hier wieder für die emotionale Färbung und die Erinnerung an unseren Erfahrungsschatz zu sehen. Die Argumente können jedoch von verschiedensten Stimmen in unserem Kopf kommen. Doch welcher inneren Stimme geben wir die Glaubwürdigkeit und Redefreiheit? Die meisten Entscheidungen kommen ja sowieso aus dem uns nicht zugänglichen Extensionsgedächtnis, d.h. die Motive sind uns nicht zugänglich. Wir können uns diese Motive bewusst machen, durch einen inneren Dialog. Verschiedene Stimmen treten alle zusammen an einen imaginären Tisch und es werden die Aussagen/Argumente vorgetragen. Da kommen dann die verschiedensten Argumente für oder gegen ein Studium. Da ich aber studieren möchte, höre ich mir die negativen Argumente mit Vorsicht an. Dabei kann zum einen zwischen Argumenten, welche von anderen sind und meinen eigenen Argumenten unterschieden werden. Argumente von anderen sind weniger wirksam, als selbst erarbeitete. Wir können jedoch unsere Freunde als Advocatus Diaboli nutzen, welche unsere Argumente in Frage stellen, um sie dann noch besser zu untermauern.

Denken beeinflusst das Lernen, also achten Sie auf ihre Gedanken, denn sie werden zu Worten und zu Taten. Ihr ganzes Selbst nimmt daran teil. Die Teilnahme des Selbst am Entscheidungsprozesses, erhöht natürlich die Attraktivität des Ziels und somit wieder die Motivation. Ein interessanter Effekt des Priming ist, unsere Gedanken in Richtung der Fähigkeiten zu lenken, welche für die Zielerreichung benötigt werden. Wir lenken damit unser Unbewusstes auf mentale und emotionale Zustände. Ich mache mir den Endzustand als Bild bewusst und sammle rationale Argumente, welches diese Fähigkeiten, welche in diesem Bild ausdrücke, untermauern, meine Motivation stärken und somit den Weg als Erlebnis gestalten.

Regel 7 – Vor- und Nachteile abwägen

Ich erinnere mich an eine Aussage eines Freundes, als ich noch ca. 18 Jahre alt war. Er sagte, sei immer auf das Schlimmste vorbereitet, dann kann dich nichts mehr schocken. Das legt natürlich einerseits den Fokus auf den schlimmsten Fall. Die Lebensfreude kann darunter ganz schön leiden. Dennoch hat dieser Fokus seine Vorteile. Nachteile, welche uns bei der Umsetzung unserer Entscheidung begegnen, wirken nicht mehr so überwältigend, wenn wir uns erst gedanklich damit auseinandergesetzt haben. Die plötzliche Überraschung bleibt aus, und das ist es was mein Freund mir damals mit 18 mitteilen wollte. Regel 7 befasst sich mit der Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen. Das mag einen kleinen buchhalterischen Beigeschmack haben, jedoch wird sich diese Methode als sehr hilfreich erweisen. Primär ist hierbei nicht das Ziel möglichst viele positive und wenig negative Argumente zu finden, sondern die wenigen positiven und negativen Argumente zu gewichten. Und wieder wären wir beim Extensionsgedächtnis gelandet.

Unser Bewusstsein filtert sekündlich Reize. Manche erreichen uns, andere nicht. Was uns jedoch erreicht, ging vorher durch eine unbewusste Bewertung. Sobald unsere Aufmerksamkeit davon Wind bekommt, wird dieser Reiz, dieser Input, noch einmal bewertet und zwar als nützlich, neutral oder schädlich. Erst dann reagieren wir. Diese Automatismen laufen meist unbewusst ab, gemäß einem effizienten Energiesparmodus. Das Extensionsgedächtnis entscheidet intuitiv über nützlich oder schädlich, abhängig von den bisherigen Erfahrungen. Argumente sind dieser unbewussten intuitiven Bewertung immer nachgeschaltet und liefern die notwendige Untermauerung für eine gewählte Richtung.

Um dies kurz an einem Beispiel zu verdeutlichen, welche die Vor- und Nachteile von Rauchen gegenüberstellt und gewichtet. Die Gewichtungen bewegen sich zwischen (1 = unwichtig, 2 = wichtig, 3 = sehr wichtig). Ziel ist es eine Entscheidung gegen das Rauchen zu treffen, jedoch nicht auf Kosten des eigenen Wohlbefindens. Eine Person findet 4 Gründe mit dem Rauchen aufzuhören (Vorteile), welche sie unterschiedlich gewichtet. Ein Geldersparnis und ein angenehmerer Körpergeruch wird jeweils mit 1 bewertet. Die Verbesserung der Gesundheit wird mit 2 bewertet und die Verbesserung des mentalen Fokus wird mit 3 bewertet. Als Nachteil entsteht Unausgeglichenheit, welche auch mit 3 bewertet wird. Es lässt sich aus den letzten beiden Punkten eine Gegenüberstellung machen, also zwischen Verbesserung mentaler Fokus vs. Unausgeglichenheit. Die Verbesserung der Gesundheit lässt sich hier als weitere Unterstützung des mentalen Fokus heranziehen. Jedoch ist es hier wichtig eine geeignete Bewältigungsstrategie für die Unausgeglichenheit zu finden, um nicht wieder zurück ins alte Muster zu fallen, und zum Glimmstängel zu greifen.

Regel 8 – Reframing

Die achte Regel befasst sich mit einem Thema, mit welchem ich schon so manche schlaflose Nacht verbrachte. Reframing, ein Wort aus zwei Teilen, “re” und “frame”. “Frame” ist das englische Wort für Rahmen und “re” ein lateinisches Präfix mit der Bedeutung Wiederholung oder auch Erneuerung. Reframing im psychologischen Sinne bedeutet, einen Bewusstseinsinhalt einen neuen Kontext geben. Dadurch verändern sich Bedeutung und Wert des Bewusstseinsinhalts. Gerade im motivationspsychologischen Aspekt ist ein neuer Anstrich eines Gedankeninhaltes von großen Wert, denn dieser neue Anstrich, sofern er nicht als Pflicht empfunden wird, erlaubt einem Menschen, humorvoll Stress auslösende Gedanken in ihrer Entstehung entgegenzutreten, sie aus einem anderen Licht zu sehen und somit mit mehr Leichtigkeit eine Aufgabe anzugehen. Ganz nach dem Satze “Wehret den Anfängen!”, hilft ein Perspektivenwechsel spielerisch das Extensionsgedächtnis zu aktivieren, um am Anfang erst gar keinen Stress entstehen zu lassen. Das Extensionsgedächtnis werden Sie noch sehr oft hören, auch hier, obwohl es sich eigentlich um eine gedankliche Umstrukturierung handelt, sind doch die Emotionen nicht wegzudenken. Denn diese nehmen primär Einfluss auf unser Sein und somit auch auf unsere Motivation.

Sie kennen bestimmt den Satz “use it or loose it”. So ist es auch mit Reframing. Nie genutzt, wird es auch nicht im Gehirn als Eigenschaft manifestiert. Erst der regelmäßige Gebrauch schafft eine Fähigkeit mit Leichtigkeit die Perspektiven zu wechseln. Ein lohnender Weg für Humor, Optimismus und den Umgang mit negativen Emotionen.

Auf dem Punkt gebracht:

Regel 5: Veröffentliche die Ziele

Regel 6: Unterscheide zwischen den verschiedenen Stimmen → Sammle Argumente für das Ziel → Binde das Selbst in den Entscheidungsprozess ein

Regel 7: Vorteile und Nachteile gewichtet gegenüberstellen → Bewältigungsstrategien finden, um negative Verstärker zu reduzieren

Regel 8: Blicke von einem anderen Blickwinkel auf Hindernisse

Phase 3: Zielverfolgung (innere Einflüsse)

Die Phase der Abwägung und der Entscheidung sind nun beendet. Der erste Teil der Zielverfolgung bezieht sich ganz auf das Innen. Gefühle, Angst und Aufmerksamkeit bekommen eine neue Gelegenheit ganz im Scheinwerferlicht zu stehen. Erich Fromm drückte es sehr schön aus. Ich finde, seine Worte passen sehr gut als Einleitung in dieses Kapitel.

“Man liebt das, wofür man sich müht, und man müht sich für das, was man liebt.” Erich Fromm

Regel 9 – Den Energielevel hochhalten

Wenn ein Mensch sich ein bestimmtes Ziel setzt, und wir reden hier nicht von einem Ziel, welches in einer Woche durchgestanden ist, sondern von einem Ziel, welches einiges an Anstrengung und auch Zeit in Anspruch nimmt, so tut dieser Mensch gut, sich keine zehn weiteren komplexen Ziele zu setzen. Mehr Nebenziele zu haben, bedeutet, den Blick für das Wesentliche zu verlieren, nämlich das eine Ziel, um das es erst mal geht. Sollten Sie es wirklich schaffen, und davon gehe ich mal aus, dann tun Sie gut darin, mit ihrer Energie hauszuhalten. Dafür gibt es mehrere Punkte, welche ich hier nur kurz nennen möchte:

  • Bewegen Sie sich, jeden Tag, nicht für Stunden, sondern 15-30 Minuten. Das kann alles mögliche sein, Tanzen, Schwimmen, Laufen, Yoga etc.
  • Ernähren Sie sich gesund, so gut es geht. Das Gehirn braucht Sauerstoff und auch Zucker. Zucker bedeutet jetzt jedoch nicht, in den Muffin zu beißen, sondern eher in den leckeren bunten Salat.
  • Schlafen Sie ausreichend, zwischen 7 und 9 Stunden. Wenn Sie schlafen, stellen Sie alle möglichen Ablenkungen aus (Licht, Ton, elektrische Geräte, Telefon)
  • Erholen Sie sich neben dem Schlaf. Die Japaner lieben Powernapping. Sie auch? Schon 15 Minuten am Tag kann die Konzentration ungemein steigern.
  • Entspannen Sie sich neben all den komplexen und anstrengenden Tätigkeiten in Form von Sauna, Massagen, Musik hören und nicht denken.
  • Erwartungen haben die Menschen, welche enttäuscht werden möchten. Lernen Sie mit Erwartungen umzugehen. Seien Sie Realist und verplanen nicht den ganzen Tag, sondern lassen immer circa ein Drittel Rest für Unerwartetes.

All diese Ratschläge langfristig umgesetzt, kann dazu beitragen, dass Ihr Energielevel konstant ist und, noch besser, konstant hoch ist. Dies ist die Grundvoraussetzung um überhaupt produktiv zu sein.

Regel 10 – Selbstmotivierung durch Handeln

Verhalten beeinflusst ja die Stimmung und Stimmung beeinflusst auch unser Verhalten. Es herrscht eine Wechselwirkung. Diese Wechselwirkung herrscht auch zwischen Motivation und Verhalten, respektive Stimmung. Würde dies dann bedeuten, dass wenn ein Mensch nur so tut, als ob, dies im folgenden Auswirkungen auf die Motivation hat? Genau so ist. Dies stellt den ersten Schritt dar, entscheidend, zeitnah mit ihm zu beginnen, bevor einem die Kraft wieder verlässt. Das limbische System (zuständig für Emotionen u.a.) freut sich über die englische Redensart “fake it until you make it” und freut sich gleich mit. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf herausragende Reize. Flüchtiges ist flüchtig wieder vorbei. Richten wir also unser Tun auf ein bestimmtes Ziel und tun so als ob es uns gefällt, auch trotz der Widrigkeiten, so wird sich in den ersten Schritten schon bald ein positiveres Gefühl einstellen.

Regel 11 – Aufmerksamkeitskontrolle

Sind Sie immer voll bei der Sache? Wenn Sie ein spannendes Buch lesen, wie viel braucht es, um Sie aus ihrem Lesefluss zu reißen? Wahrscheinlich gehen Sie dieser Tätigkeit gerne nach und es wird einiges an Anstrengung kosten, Sie aus dem Lesefluss zu bringen. Vielleicht ist Lesen nicht ihre Leidenschaft, und Sie haben eine andere Leidenschaft. Wie verhält es sich mit dieser? Was ich damit sagen möchte, je mehr Sie in einer Sache aufgehen, desto weniger werden Störungen es schaffen, Sie zu unterbrechen. Diese Leidenschaft ist ganz im Vordergrund und alles andere tritt in den Hintergrund.

Was jedoch wenn Frustration in den Vordergrund tritt? Frustration verbaut den Zugang zu unserem Extensionsgedächtnis und somit auch zum Selbst. Unser Ziel rückt nun in den Hintergrund. Die Frustration ist jetzt zu 100 % in unserer Aufmerksamkeit. Jetzt wäre es an der Zeit einen adäquaten Ort zu finden, an dem sich zum einen entspannen lässt, dadurch die Frustration stückweise abzubauen und wieder zurückzufinden zur ursprünglichen Motivation. Schaffen Sie dies “Wehret den Anfängen”, beugen Sie einem zu großen Energieabfall vor. Was Sie auch tun können ist, ihren Arbeitsplatz (ich spreche hier nicht von der Arbeit, sondern allgemein von dem Ort an dem Sie ihr Ziel verfolgen) neu zu organisieren. Ablenkungen in Form von Sachen, welche der Zielerreichung abträglich sind, wegräumen. Überdies können Sie für gute Stimmung sorgen, in dem Sie angenehme Bilder oder ähnliches in ihr Arbeitsumfeld integrieren, um somit die Motivation zu steigern. Gute Stimmung erleichtert nämlich den Zugang zum Extensionsgedächtnis und hier gibte es wieder eine Wechselwirkung. Eine Aktivierung des Extensionsgedächtnis führt auch zu guter Stimmung. Abschließend zu dieser Regel, schauen Sie sich folgendes Bild an und fragen Sie sich zuerst, was Vorder- und Hintergrund sind und zum zweiten, womit Sie mehr Zeit verbracht haben?

Regel 12 – Gewohnheiten aufbauen

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte;
achte auf deine Worte, denn sie werden Taten;
achte auf deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten;
achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter;
achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal.
Talmud

Schon in Regel 6 brachte ich diese Zeilen aus dem Talmud. Nun bei Regel 12 liegt der Fokus ganz auf die Kultivierung von Gewohnheiten. Diese Gewohnheiten werden zum Charakter, oder zu einem Automatismus. Bis es soweit ist, wird einiges an Zeit und Anstrengung vergehen. Nachhaltigkeit kommt nicht über Nacht. Gute Einfälle kommen über Nacht. Die Umsetzung dieser Einfälle mag jedoch Jahre dauern. Wenn diese Umsetzung zur Gewohnheit wird, dann motiviert es sich leichter und zwar langfristig und nachhaltig. Nicht nur die Dinge, die wir tun, bestimmen uns, sondern auch und zwar zu einem ganz großen Teil, die Dinge, die wir nicht tun, die wir immer wieder vor uns herschieben, weil wir keine Energie oder Lust, etc. haben. Dies bezieht sich nicht nur auf´s Tun, sondern auch auf´s Denken. Je öfter ein Gedanke gedacht wurde, desto mehr wird dieser Gedanke zum gedanklichen Inventar. Sobald dieser Gedanke zum Inventar geworden ist, entbehrt er jeder Attraktivität. Diese benötigt er jetzt auch nicht mehr. Diese Attraktivität war vorher jedenfalls bitter notwendige, siehe Regel 1. Das Ziel sollte wenn möglich attraktiv sein.

Regel 13 – Gefühle ansprechen

“Die Menschen müssen leiden, um stark zu werden, dacht` ich. Jetzt denk` ich, sie müssen Freude haben, um gut zu werden.” Wilhelm von Humboldt

Freude als inhärente Eigenschaft des Menschen, das wäre schön, und würde so manchen integren Menschen hervorbringen. Am Ende lebt es sich besser im Menschenpark. Doch so ist die Realität nicht gestrickt. Freude kommt nicht einfach vom Himmel geflogen und schon gar nicht ist sie dem Menschen innewohnend. Motivation ohne positive Gefühle/Freude ist nur kurzfristig möglich, in Sinne einer Kopfgeburt unter starker Selbstkontrolle. Langfristig bedarf es einer positiven Grundstimmung. Am Anfang schrieb ich über die vier verschiedenen Systeme (PSI Theorie). Ein Ziel zu definieren und die Überzeugung zu haben, dieses Ziel auch zu verfolgen und auch zu erreichen, hat mit dem Intentionssystem zu tun. Dies wäre die kognitive Seite der Medaille, welche in Verbindung mit der emotionalen Seite hundert Punkte bringen kann. Positive Gefühle allein verlaufen sich gerne im Sand und streuen. Mit “streuen” meine ich, dass die investierte Energie in verschiedene Richtungen verschwendet wird, anstatt auf ein gerichtetes Ziel. Halten wir noch ein mal fest: Ein Ziel ohne emotionale Untermauerung zu haben, ist nicht von langer Dauer. Nur das ausgewogene Zusammenspiel von Extensionsgedächtnis und Intentionsgedächtnis trägt langfristig zu einem erfolgreichen Ertrag bei.

Veränderungen kommen meist durch Gefühle, seien diese negativer oder positiver Art. Dafür ist das limbische System zuständig, welches bei der Ausschüttung von Signalstoffen beteiligt ist. Diese Signalstoffe, welche synaptische Tätigkeit umstrukturieren, sind ausschlaggebend bei der Neuorganisation unseres Gehirns und somit auch bei emotionalen Mustern. Wie anfangs schon erwähnt sind Gefühle der Sicherheit und der Bindung primär, und zwar für jeden Menschen. Sind diese Gefühle erfüllt und noch immer ausreichend Gefühle als Ressourcen vorhanden, so mag es eine gute Investition sein, diese in Frustrationskontrolle, Angstkontrolle und Zielerreichung zu kanalisieren. Angst ist hinderlich, denn die Gehirnsysteme sind nun mit Flucht oder Angriff beschäftigt. Eine schlechte Zeit, um sich auf ein komplexes Ziel zu konzentrieren.

Kennen Sie das, wenn Sie etwas geistig/intelektuell verstanden haben und emotional keinen Zugang haben? Kennen Sie den anderen Zustand, etwas emotional zu verstehen, jedoch intelektuell auf der Leitung zu stehen? Sie werden mir vielleicht zustimmen, das beide Arten des Verstehens zuträglich sind. Darum geht es bei dieser Regel. Der Fokus liegt nicht alleinig auf den Gefühlen, sondern auf einem wunderbaren Zusammenspiel.

Regel 14 – Positive Erfahrungen machen

Erfolge zu haben ist eine Sache und wenngleich auch eine sehr schöne Sache. Erfolge müssen auch erlebt, also gefühlt werden, denn nur dann können wir uns für schwierige Ziele motivieren. Erfolge sind somit Motor und Ziel zugleich. Wenn jedoch nur ein Ziel im Leben besteht, besteht auch nur ein großer Erfolg. Wann möge der dann eintreten? Aus dem Gesagten lässt sich ableiten, dass es mehrere Ziele gibt, welche zwei Eigenschaften besitzen sollten. Zum einen sollten sie eine gewisse Komplexität aufweisen. Am Wochenende keinen Alkohol zu trinken mag nobel sein und auch einen kleinen Schritt in eine andere Richtung geben, jedoch reicht dies nicht für ein komplexes Ziel aus. Komplex wäre es dann erst, wenn ein Alkoholiker seine Sucht überkommt und zwar für den Rest des Lebens. Realistisch sollte dieses Ziel natürlich auch sein. Es bringt nichts, sich als Ziel zu setzen, den Yosemite (USA) zu klettern, obwohl man zum einen körperlich schwächlich gebaut ist, noch nie klettern war. Hier wäre es hilfreich in einer Kletterhalle zweimal in der Woche anzufangen. Yosemite kann warten. Unrealistische Ziele können einem ziemlich viel Motivation rauben. Ich denke, in diesem Artikel geht es genau um das Gegenteil.

Wie mache ich denn nun positive Erfahrungen? Der Start hierfür wird schon ganz früh gelegt, und zwar in der Kindheit. Man unterscheidet hier zwischen Gestaltergrundhaltung und Opfergrundhaltung, oder um die Worte von Julius Kuhl zu verwenden, zwischen handlungsorientiert und lageorientiert. Menschen mit positiven Kindheitserfahrungen, sind eher handlungsorientiert und fähig zu Veränderungen, da ihr Verhalten in der Kindheit von Erfolg gekrönt war. Dieser Erfolg, welcher eher die Regel statt die Ausnahme war verbesserte eine Eigenschaft namens Selbstwirksamkeit. Selbstwirksam fühlt sich ein Mensch dann, wenn er zum einem weiß, dass er die Kompetenz besitzt ein Ziel zu erreichen und sich zum anderen dieses Ziel auch vorstellen kann mit all seinen Konsequenzen. Die Voraussetzungen hierfür liegen in der Unterscheidung zwischen Vordergrund und Hintergrund. Handlungsorientierte Menschen halten und sehen ihre Stärken im Vordergrund, ignorieren ihre Schwächen nicht, dennoch behalten sie diese im Hintergrund. Menschen, welche diese Erfahrungen nicht machen konnten, deren Verhalten kein Erfolg zeigte und auch keinen Resonanz erfuhr, fühlen sich meist als Opfer ihrer Umstände. Sie finden sich in einer Opfergrundhaltung oder lageorientierten Haltung wieder, welche sich nur um den eigenen Standpunkt dreht, aber nicht in irgendeine Richtung läuft. Ergo, Selbstwirksamkeit entsteht durch erfolgreiches Handeln, Vorstellung und Ergebnis stimmen überein. Was hierbei auch noch sehr wichtig ist, ist die Belohnung.

Belohnung nimmt eine entscheidende Rolle auf dem Weg zum Ziel ein. Komplexe und langfristige Ziele bedürfen der Belohnung. Langfristig und komplex, wie oben schon erwähnt, wäre z.B. das Einstellen einer Sucht (Rauchen, Alkohol, etc.) oder der Abschluss einer Bildungsstufe (Abitur, Bachelor, Master, Doktor, etc.). Sind Ziele so komplex und langfristig, ist es leicht den Überblick zu verlieren. Deswegen ist es hilfreich dieses große Ziel in Teilziele zu zerlegen und diese Teilziele zu belohnen. Schon der erste Schritt wird hierbei belohnt, denn je höher die Attraktivität des Weges, desto höher ist auch die Attraktivität des Ziels. Positive Vorstellungen, Bilder oder Gedanken, das Ziel schon erreicht zu haben, mag zwar nicht hunderprozentig der Realität entsprechen, hilft jedoch ungemein bei der Zielerreichung. Eine Antizipation der positiven Gefühle ist insofern keine Mogelpackung, da das Gehirn nicht zwischen Inhalt und Bedeutung trennen kann, d.h. ob wir es uns nun nur denken und dabei positive Gefühle entstehen oder wirklich erleben, bleibt dem Gehirn ein Schleier. Bleibt ein Erlebnis im Gehirn gespeichert, dann wegen der emotionalen Bewertung. Wenn diese nun auch noch positiv ist, umso besser. Die Vorstellung kann dies beeinflussen. Diese Gedankenarbeit ist Teil der Belohnung, welche von innen kommt. Belohnung von innen ist wirksamer als Belohnung von außen, da die einzig abhängige Variable nun wir selbst sind und nicht mehr äußere Bezugspersonen.

Regel 15 – Pendeln

Wir sprachen bis jetzt über das Fassen von klaren Gedanken zur Zielfestlegung in Form von einer Intention und von positiven Gefühlen, unter Berücksichtigung des Extensionsgedächtnis zur Untermauerung der Motivation auf dem Weg zum Ziel. Das eine ohne das andere ist zum wahrscheinlich zu einem großen Teil zum Scheitern verurteilt. Deswegen ist es ratsam zwischen diesen beiden Tätigkeiten zu pendeln. Es grenzt an eine lang und immer noch anhaltende Debatte über Kopf und Bauch. Wer hat letztlich Recht, das klare Kalkül des Verstandes, oder das intuitive Gefühl aus dem Bauch heraus.

Es wurde wissenschaftlich getestet, ob nur eine der beiden Tätigkeiten ausreichend zur Zielerreichung wäre. Die Ergebnisse waren negativ. Lediglich die Verbindung von Intentionsgedächtnis, also das konzeptionelle Sichbefassen mit einem Ziel und die positiven Vorstellungen und Erfahrungen, zeigte die besten Resultate. Wie in Regel 14 erwähnt, gibt es Menschen, welche eher handlungsorientiert oder lageorientiert sind. Handlungsorientierte Menschen besitzen die Fähigkeit zwischen diesen beiden Polen zu wechseln. Nicht, das ihnen diese Fähigkeit angeboren wurden, sondern durch frühkindliche Erfahrungen, welche im Erwachsenenalter anhielten, zur Gewohnheit wurden. Sie schaffen den schmalen Grad zwischen Vordergrund und Hintergrund, also das Fokussieren in den Vordergrund zu schieben, wenn nötig und wenn es nicht mehr gebraucht wird, zurück in den Hintergrund zu schieben, um sich nun positive Gedanken zu machen. Für die positiven Gedanken ist wieder das Extensionsgedächtnis zuständig. Dies schafft eine Balance und führt weg von einer zwanghaften mit Scheuklappen besetzten Orientierung in Richtung eines Ziels. Es ist wie, man stände im Wald und sieht die Bäume nicht mehr zugunsten des einen und einzigsten Baumes. Die besten Einfälle kommen dann, wenn ein Mensch lernt loszulassen, jedoch nur nach einer gewissen anstrengenden intelektuellen Tätigkeit. Denn wo nicht gesäht wird, kann auch nichts spriesen. Es sind jedoch genau die Pausenzeiten, in denen das Intentionsgedächtnis zur Ruhe kommen kann und den Gefühlen Platz einräumt. Heureka. Ein Geistesblitz stellte sich ein.

Regel 16 – Die eigene Angst nutzen

Füttern Sie nicht ihre Angst durch einen Denkstil, welcher selektiv nur negative Ereignisse wahrnimmt, katastrophisiert und alles auf sich bezieht, im schlimmsten Fall noch sich selbst als ein defizitäres Wesen, welches nie etwas schafft, ansieht. In dieser düsteren Periode mag auch eine ungeheure Kraft liegen, die eigene Angst zu überwinden, um dann als Motivation genutzt zu werden. Eine Balance zu finden zwischen enorm viel Angst und keiner Angst, scheint hier wieder der adäquate Weg zu sein. Keine Angst zu haben, gleicht eher einem Menschen, welche seine Grenzen nicht kennt, doch genau diese sind wichtig. Ein Mensch handelt immer im Rahmen seiner Möglichkeiten, seiner Grenzen. Verschwimmen diese, bzw. sind nicht gar nicht mehr auffindbar, kann dies in Größenwahnsinn und/oder Respektlosigkeit münden. Ein zuviel an Angst wirkt lähmend. Es fühlt sich an, als wenn man sich bewegen möchte, alle Kraft aufwendet und sich dennoch nicht tut, geschweige denn zu wissen in welche Richtung es gehen sollte.

Schon in der Schule ist es wichtig, eine gewisse Grundangst zu haben. Anders ausgedrückt, Respekt, für gute Noten eine gewisse Leistung zu vollbringen. Diese Leistung ist an Zeit gebunden und fällt wie so vieles nicht vom Himmel. Derjenige, welcher denkt, alles mit Leichtigkeit zu schaffen, fällt am Ende meist tief und schmerzlich. Der andere fängt erst gar nicht an, aufgrund einer durch Angst ausgelösten Paralyse. Angst kann also etwas sehr ertragreiches sein, wenn richtig genutzt. Angstbesetzte Gedanken, welche sich im Rahmen halten, also weder überströmend noch parasitenklein sind, können einen Menschen Richtung, Intensität und Variabilität geben, denn hier wirkt die Angst dann als Feinjustierung. Feinjustierung aus dem Grund, immer wieder mit Fragen wie, “wo stehe ich jetzt”, “wo will ich hin”, “funktioniert meine Strategie”, zu kontrollieren. Sobald eine Frage mit Zweifel beantwortet wird, kann dies ein Zeichen sein, eine kleine Feinjustierung vorzunehmen, um weiterhin gut auf Kurs Richtung Zielerreichung zu bleiben.

Auf dem Punkt gebracht:

Regel 9: Achten Sie auf einen ausgeglichenen Energiehaushalt

Regel 10: Tun Sie so als ob

Regel 11: Differenzieren Sie zwischen Vordergrund und Hintergrund → Lernen Sie mit Frustration umzugehen

Regel 12: Bauen Sie Gewohnheiten auf

Regel 13: Stimmen Sie sich positiv → Lernen Sie Ihre spezifische Angst kennen und lernen Sie damit umzugehen

Regel 14: Zergliedern Sie das Ziel in kleine Schritte → Machen Sie positive Erfahrungen in den Zwischenschritten → Belohnen Sie sich für jeden Zwischenschritt

Regel 15: Lernen Sie zwischen Intentiongedächtnis und Extensionsgedächtnis zu pendeln

Regel 16: Spielen Sie mit der Angst im gesunden Rahmen

Phase 3: Zielverfolgung (äußere Einflüsse)

Der zweite Teil der Zielverfogung richtet sich ganz auf das Umfeld. Es wird hierbei davon ausgegangen, dass es dem Inidividuum möglich ist, sein Umfeld zu wählen.

Regel 17 – Den Einfluss der Gruppe beachten

Mit circa 22 fand ich in einem Aphorismenband eine Aussage, welche sich in meinem Hinterkopf eingeprägt hat. Sie lautet in etwa wie folgt: Es bedürfte göttlichen Muts und göttlicher Stärke mit sich und seiner Umwelt in völliger Wahrhaftigkeit zu leben. Welch hochtrabendes Ziel, dennoch würde ich dieses Ziel, bzw. diese Einstellung, nicht verwerfen, denn vielleicht steckt ja mehr erdverbundenes in diesen Sätzen als anfangs gedacht. Es mag ein wenig utopisch klingen, da Authentizität auf Kosten der Diplomatie auch seine Grenzen hat. Hier kommt es wieder auf die Grenzziehung an. Wo genau verläuft die Linie? Kein Mensch lebt in einem Kokon, abgegrenzt von der Außenwelt, sondern eingebettet in einem soziokulturellen Rahmen. Der ist gar nicht wegzudenken, außer es bestehen gewisse kognitiven Beeinträchtigungen. Abhängig von anderen Menschen, im Bezug auf Grundbedürfnisse und emotionale Bedürfnisse, begeben wir uns in eine Gruppe hinein.

Jetzt mag der Einfluss der Gruppe passend oder unpassend sein. Dies ist abhängig vom eigenen Weg und den eigenen Zielen. Möchte jemand mit dem Rauchen, bzw. Drogenkonsum, aufhören, begibt sich jedoch nur unter Menschen, welcher selbst rauchen und Drogen konsumieren, so wird dieser Einfluss der Gruppe die anfänglichen Versuche, mit dieser Sucht zu brechen, sabotieren. Abhängig vom gesetzten Ziel, ist ein Mensch gut beraten, sich eine entsprechende Gruppe zu suchen. Es gibt in jeder Stadt Gruppen für anonyme Alkoholiker, welche es leider nicht so deutlich und einfach für andere Zielsetzungen gibt, doch wer sucht der findet. Eine passende Gruppe zu finden, ist natürlich auch eine Sache der eigenen Persönlichkeit und natürlich auch der näheren Umgebung. Vielleicht muss es nicht unbedingt die eigene Stadt sein, sondern eine landes- oder weltweit organisierte Kommune, welche sich über Social Media organisiert. Eines steht jedenfalls fest. Hindert Sie die Gruppe daran, ihre Träume umzusetzen, wäre es Zeit sich einige Gedanken darüber zu machen, wie ernst Sie ihr Ziel wirklich nehmen und was Sie bereit sind dafür zu tun.

Regel 18 – Vorbilder und passende Bezugspersonen suchen

Seneca sagte schon, dass Menschen den Augen mehr glauben als den Ohren. Die Augen wären laut Seneca Vorbilder und die Ohren wären Lehren, welche meist langwierig sind. Deshalb suchen Sie sich geeignete Vorbilder, wenn möglich Vorbilder, welche eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Mit Ähnlichkeit sind hier die Eigenschaften angesprochen, welche die Vorbilder schon leben, welche Sie jedoch noch entwicklen möchten. Eine Identifikation und eine Angleichung mit einer anderen Person entsteht dann, wenn wir das Verhalten des Vorbilds, an welchem wir selbst arbeiten möchten, nachempfinden können. Diese Identifikation geht zurück auf die Entdeckung der Spiegelneurone. Natürlich gibt es dieses Phänomen schon viel viel länger, mit der Entdeckung der Spiegelneurone, ist es aber eine Art Allgemeinwissen geworden.

Die Bedeutung des Vorbilds ist eng verknüpft mit dem Prestige des Vorbilds. Sich einen großen Schriftsteller wie Thomas Mann oder Samuel Beckett als Vorbild zu nehmen, mag lobenswert sein, schon allein dem Prestige wegen, welches diesen Personen innewohnt. Jetzt mag es nicht jedem Menschen möglich sein, sich an ein so großes Vorbild anzunähern. Darum geht es hier jedoch nicht, denn allein die Tatsache, das ich mir dieses Vorbild in meine Vorstellung des Ziels integrieren kann, trägt schon erheblich als Motivationsfaktor dazu bei, mich auf dem Weg zu stärken. Vorbilder können auch in der näheren Umgebung sein. Will jemand ein besserer Kletterer werden, um einen Preis zu gewinnen, so muss dieser jemand gar nicht so weit reisen. Vielleicht findet sich schon ein geeignetes Vorbild im nächsten Kletterstudio. Will jemand ein guter Philosoph werden, so bietet sich die nächste Universität an, bzw. philophische Treffen in der näheren Umgebung. Wo Ziele sind, sind auch Wege und Wege entstehen im Gehen mit dem ersten Schritt.

Einen ersten Schritt zu gehen, dem Ziel entgegen, mit dem Vorbild im Hinterkopf, der Entwicklung zugunsten, mag fast vollständig klingen. Eine Sache fehlt jedoch noch. Entwicklung findet in diesem Sinne dann statt, wenn wir uns ganz auf einen anderen Menschen einlassen, wenn wir uns ganz mit diesem anderen Menschen auseinandersetzen. Daraus resultiert eine nachhaltige Änderung. Unsere eigenen Fähigkeiten wachsen im Lichte des Vorbildes, bis schließlich unser eigenes Licht darüber scheine.

Regel 19 – Konsum von Massenmedien beachten

Der Fernseher, die Zeitung, der Radio, sie alle sind voll von Negativschlagzeilen. Wie soll man da noch gut motiviert an eine Aufgabe herangehen? Am besten Abstand nehmen von all diesen Medien, sich abkapseln und von der Welt nichts mehr wissen wollen. So leicht ist es jedoch nicht. Es mag Menschen geben, die genau diesen Weg gehen. Für mich grenzt dies eher an Zwanghaftigkeit und nicht an gelungener Selbstregulation. Eine gelunge Selbstregulation besteht dann, sich diesen Medien auszusetzen, diese differenziert zu betrachten, seinen Gefühlshaushalt dabei zu regulieren und kognitiv zu überprüfen, ob das Gesagte/Geschriebene überhaupt den Tatsachen entspricht oder wieder einmal schiere Übertreibung ist. Gewaltsendungen machen ja laut manchen Psychologen aus Kindern gewaltbereite Bürger. So einfach ist dies hier auch nicht. Ein Blumensamen wächst auch nicht überall, wo ich in streue. Es bedarf einem richtigen Untergrund, dass auch etwas gedeihen kann. Ich deute hiermit auf eine Wechselwirkung hin. Gewaltbereite Kinder schauen sich gewaltvolle Sendungen an und gewaltvolle Sendungen rufen ein noch höheres Aggressionspotential in einem sowieso schon gewaltbereiten Kind hervor. Das friedvolle Kind wird höchstwahrscheinlich weniger Interessen an solchen Sendungen zeigen. Das Gesetz der Kausalität wurde aufgehoben zugunsten einer sehr ungünstigen Korrelation.

Medien können auch ein sehr positiven Effekt haben, vorausgesetzt, man wählt gezielt das passende aus. So kann sich der Kettenraucher Sendungen zur Entwöhnung auf einem Bildungskanal ansehen oder sich Erfahrungsberichte von erfolgreichen Entwöhnten in einem Magazin durchlesen. Die optimale Antwort lautet auch hier, wie so oft: Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Auf dem Punkt gebracht:

Regel 17: Nehmen Sie den Einfluss der Gruppe wahr → Wenn nötig, meiden Sie Gruppen, welche ihren Zielen entgegen stehen

Regel 18: Wählen Sie Vorbilder bezüglich ihrer Zieldefinition aus

Regel 19: Konzentrieren Sie sich auf Medien welche eine unterstützende Wirkung haben

Phase 4: Abschluss der Handlung

Die letzte Phase der Handlung beinhaltet auch gleichzeitig eine der wichtigsten Regeln. Wie behandeln wir uns, nachdem wir das Ziel erreicht haben? Welche Konsequenzen entstehen daraus für zukünftige weitere Handlungen? Welche Auswirkungen spüren wir nun bezüglich unserer Fähigkeit zur Selbstmotivierung? Dazu sei folgendes gesagt. In uns gibt es eine steuernde Instanz, welche sich mit einem Reiter auf einem Pferd und einem Spaziergänger beschreiben lässt. Der Spaziergänger sind wir und der Reiter auf dem Pferd ist unsere Fähigkeit, uns neben uns zu stellen, zu reflektieren. Das macht uns zu einem außergewöhnlichen Tier, denn wir besitzen die Fähigkeit jederzeit eine Handlung anzuhalten, diese zu beobachten, zu bewerten, gegebenenfalls weiter zu verfolgen oder zu verwerfen. In der Psychologie wird hier zwischen “Ich als Subjekt” und “Ich als Objekt” unterschieden. Das Subjekt beobachtet das Objekt und reflektiert. Ich beobachte mich selbst und wäge ab, ob ich immer noch auf dem richtigen Weg bin. Auf dem Weg benötige ich natürlich auch eine gewisse Portien Willenskraft, die Ziel zu verfolgen, welche für mich wichtig sind und die Ablenkungen auszublenden, welche der Zielerreichung hinderlich sind. Dafür bedarf es einer ordentlichen Portion Willenskraft. Verfolge ich hierbei Ziele, welche von mir stammen, sorge ich für eine, wenn auch anstregende, gesunde und gelingende Selbstregulation. Verfolge ich jedoch äußere Ziele, Ziele von anderen Menschen, so lege ich manchmal notwendigerweise an die Leine und kontrolliere mich. Dies wird Selbstkontrolle genannt. Der Unterschied zwischen Selbstregulation und Selbstkontrolle sollte klar sein. Kontrollieren muss ich erst dann etwas, wenn es eigentlich gegen mein Wertesystem steuert und ich dieses Ziel dennoch verfolgen möchte. Auf Dauer wird diese erhebliche Kontrolle den Zugang zu meinem Selbst verbauen. Es wird somit immer schwieriger mich selbst als sinnstiftendes Wesen mit regulativen Fähigkeiten wahrzunehmen. Was kann ich nun tun, um mein Selbst nicht zu sabotieren, sondern zu stärken?

Regel 20 – Das eigene Selbst, seine Persönlichkeit stärken

Nicht allein das Wünschen führt zum Erfolg, sondern das Wünschen, welches in eine Tat umgesetzt wird, und mit jedem Schritt dem Ziel näher kommt. Daraus entsteht eine Quelle der Selbstbestimmung und somit auch des Glücks. Das Selbstbild welches dadurch verfeinert wird wohnt Menschen inne, welche unabhängig von anderen Meinungen sind, mit Schwierigkeiten umgehen können, das Absichtsgedächtnis und das Extensionsgedächtnis pendelnd einsetzen können, und zu guter letzt, welche fähig sind sich selbst und andere Menschen zu lieben. Einen Partner zu haben, welcher unser einzigartiges Potential entdeckt hat, dieses wertschätzt und auch fördert, mag utopisch und romantisch klingen, ist es jedoch nicht. Es entspricht der Realität, wenn auch nicht ganz leicht zu finden, doch wie finden, wenn man selbst defizitär ist. Zieht ein Mensch nicht genau die Menschen an, welche einem ähnlich sind, also auch dem Weg sind? Was sagt das über diesen Menschen aus? Eine sehr bedeutende Frage, welche alleinig schon Transformationsprozesse einleiten kann, hin zu einer stärkeren Persönlichkeit und einem ethischeren Leben. Auch alleine lässt sich Veränderung herbeiführen, solange ich mich so akzeptiere wie ich bin. Denn nur mit der Akzeptanz eines vorhandenen Zustandes, kann ein Mensch einen neueren Zustand herbeiführen. Gewisse Tätigkeiten können dabei unterstützend wirken.

Ich könnte meine Disziplin trainieren, indem ich lerne mit Schmerz und Leiden umzugehen, dafür zuerst den Unterschied lerne. Schmerz bezieht sich primär auf körperliche Symptome, z.B. der Kopfschmerz, der Bandscheibenschmerz, etc. Hier ist ziemlich klar, was gemacht werden kann, damit dieser Schmerz Vergangenheit bleibt. Das Leiden hingegen, am unerfüllten Leben, der nicht geliebten Liebe, der nicht vollbrachten Entwicklung, hat einen ganz anderen Geschmack. Hier gibt es keine geradliniegen Ansätze, denn das Leben an sich ist auch nicht geradlinieg. Ein genauerer Blick, die Lage durchschauend, den goldenen Mittelweg anstrebend, sich eigener Täuschungen bewusst zu werden, erwachsener mit Belohnungen umzugehen, sind Tätigkeiten, welche schließlich zu Haltungen werden und den ganzen Menschen ändern werden.

Zu viel Stress wirkt sich auf den Kontakt mit unserem Extensionsgedächtnis aus, und somit zu unserem Erfahrungsschatz. Eine Herabregulierung negativer Gefühle durch eine Übernahme von Verantwortung für die Situation, eine positive Steuerung der Selbstgespräche, die richtige Auswahl des Vordergrunds (Ziel, positive Gedanken) sind anfängliche Schritte, um mit dem Extensionsgedächtnis wieder Kontakt aufzunehmen. Ist dies der Fall, können wir ab und zu aus der Komfortzone heraustreten, durch kalte Duschen, Morgensport, jemand komplett Fremden ansprechen, auf etwas verzichten, für eine Woche immer einen ungewohnten Weg gehen, um uns zu stärken. Ständig den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen ist auf Dauer der Zielerreichung abträglich.

Auf dem Punkt gebracht:

Regel 20: Verlassen Sie ab und zu die Komfortzone → Lernen Sie differenzierter mit Leid und Belohnung umzugehen → Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Leben

Abschließende Worte

Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und auch für die Konsequenzen seines Tuns. Überschreiten die Konsequenzen seines Tuns die Grenzen anderer Menschen, so ist es gestattet einzugreifen. Ist dies nicht der Fall, so bleibt jeder Mensch für sich Gestalter seines Lebens. Da das Leben sehr komplex ist, ist es manchmal von Nöten auf andere Menschen zurückzugreifen, mit ihnen zu sein, um im eigenen Entwicklungsprozess weiterzukommen und auch gleichzeitig dafür offen zu sein, den anderen Menschen dieses Privileg auch einzuräumen. Das geradlinige Leben, wie eben schon erwähnt, gibt es nicht. Kurven und Kanten in Form von Schwierigkeiten, als Herausforderungen umzudeuten, daran zu wachsen, das ist Leben. Diese Sichtweise birgt gute Chancen zusammen mit einem Ziel, nach dem wir streben, glücklich zu werden. Dies macht Glück zu einem Ergebnis aus einem Tun heraus und zu einer Begleiterscheinung während diesem Tuns.

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