Christian Rabhansl

Meine Begegnung mit Feldenkrais

Ich möchte diesen Teil der Webseite mit folgenden Fragen beginnen:

Was treibt Sie an?
Wofür brennen Sie?
Wofür stehen Sie jeden Tag auf?

Vorerst ein paar Worte zu mir: Nachdem ich mich intensiv für ca. 14 Jahre in verschiedenen Sportarten – Kickboxen, Cross Country Biking, Power Lifting – ausgetobt hatte, endete ich schließlich bei einem Bandscheibenvorfall und zwei Bandscheibenvorwölbungen in der Lendenwirbelsäule. Diese starken und immer wiederkehrenden Schmerzen veranlassten mich dazu, verschiedene Physiotherapeuten und Chiropraktiker aufzusuchen, die mir mehr oder weniger vom Sport abrieten. Das gefiel mir natürlich nicht. So stellte ich mir die Frage, ob es nicht möglich sei, sich bewusster und klüger zu bewegen.

Zufälligerweise machte mich zu der Zeit ein Freund auf die Feldenkrais Methode aufmerksam. Am Anfang blickte ich ihn skeptisch an, als er von dieser Methode erzählte. Doch dann fasste ich den Entschluss und besorgte mir einige Feldenkrais Bücher und arbeitete sie durch. Ich besuchte Gruppenlektionen und nahm Einzelbehandlungen. Ein fast magisches Erlebnis hatte ich schließlich in Texas, als ich eine Einzelstunde „Funktionale Integration“ von Pat Siebert bekam, nach der es mir vorkam, als wenn ich fliegen könnte. Ich erinnere mich noch sehr genau. Ich verließ sein Haus, lief und hatte dabei ein völlig neues Gefühl, vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule. Ich fühlte mich unglaublich leicht. Da war die Entscheidung gefallen. Heureka! Feldenkrais soll es sein. Ich schnappte mein Telefon und meldete mich für die Ausbildung in Seattle unter Angel Di Benedetto und Richard Corbeil an. Das war 2011.

Seit Beginn dieser Ausbildung ist die Feldenkrais Philosophie ein integraler Bestandteil meines Lebens geworden. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht irgendwelche Bewegungen erforsche oder ausbaue, angetrieben durch die Frage, was möglich ist. Jetzt im Rückblick ist es mir möglich, die Punkte miteinander zu einem Ganzen zu verbinden. Mir stechen dabei drei Mottos ganz besonders ins Auge, die Schlüsselerlebnisse in meinem Leben darstellten.

Als großer Liebhaber der Philosophie nahm ich regelmäßig an philosophischen Abenden in der Stadtbibliothek und im Eckstein in Nürnberg teil. Wittgenstein, John Rawls, Gadamer, Kant …, sie wurden alle diskutiert. Eines Abends begegnete mir dort eine Ärztin, welche sich rege an der Diskussion beteiligte und einen mir bis dahin unbekannten Namen in die Runde warf: Ken Wilber. Nach einem Gespräch mit ihr und einer Buchempfehlung formte sich über mehrere Monate ein Satz in meinen Gedanken heraus: „know yourself, shape yourself, live yourself.“

Mein Freund und Kampfsportlehrer Peter Lange legte mir von Anfang an einen ganz bestimmtes Appell immer wieder nahe: „honestly express yourself“. Wer es schafft, sich zu erkennen und diese Erkenntnis zu leben und nach außen zu bringen, strahlt, wenn er einen Raum betritt. Wir nannten dies Strahlkraft. Es bedarf sehr großer Mühe, mit sich und seiner Umwelt in völliger Authentizität zu leben. Diese Mühe war und ist es mir wert und ich nehme Peters Appell sehr ernst, ohne dabei in Zwanghaftigkeit zu verfallen.

In der dreijährigen Zeit, die ich mit Angel in Seattle verbrachte, lernte ich eine Menge über Bewegungen, über das dialogische Prinzip in der funktionalen Integration, über Prinzipien der Feldenkrais Methode. Was mich jedoch am meisten erstaunen ließ, waren Sätze wie „always have a beginners mind“ oder „move, always, in all ways“. Vor allem der zweite Satz wirkte wie ein Funken in mir, der sich zu einem Feuer ausweitete. Ein Brennen für die Feldenkrais Methode, eine Leidenschaft für Bewegung, immer, überall, in alle Richtungen, in allen Formen und Arten.

Wenn Sie sich jetzt diese Fragen stellen, was Sie in Ihrem Leben bewegt, wofür Sie brennen, wofür Sie jeden Tag aufstehen, was antworten Sie jetzt darauf?

Ich brenne für das, was ich tue. Tag ein, Tag aus!

Ihr Christian Rabhansl