Lesezeit: 1 Minute


veröffentlicht am: 1. Mai 2018

Kinder staunen. Und Sie?

“Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen; und wenn ihn das Urphänomen in Erstaunen setzt, so sei er zufrieden; ein Höheres kann es ihm nicht gewähren, und ein Weiteres soll er nicht dahinter suchen; hier ist die Grenze.”
Johann Wolfgang von Goethe

Kinder werden geboren und finden sich in einem konstanten Fluß des Staunens. Sie staunen über alles was außerhalb liegt. Ein Mensch, wie interessant, noch nicht wissend, dass dieses Ding ein Mensch ist. Später staunen sie über Dinge, wie den Daumen, die Fortbewegung, etc. Haben Sie schon mal ihre Kinder mit auf Wiese und Wald genommen? Falls Sie zu den Leuten gehören, welche noch keine eigenen Kinder haben, konnten Sie Kinder schon mal auf Wald und Wiese beobachten? Die kommen glatt aus dem Staunen nicht mehr raus. Eine Blume, wunderschön! Ein Schmetterling, welch bunte Farbenpracht! Eine Biene, ach, wie das brummt!

Die Einzigartigkeit ist unersetzbar für das Staunen. Jeder Mensch ist einzigartig, nicht einzig und artig. Artig sollte er vielleicht manchmal sein, um anderen zu gefallen, doch gefällt er sich selbst dann auch selbst noch? Die Einzigartigkeit unterliegt keiner Gesetzmäßigkeit und das finde ich auch richtig und sehr gut. Die Einzigartigkeit ist nicht wiederholbar. Sie ist einmalig. Sie war noch nie vorher so da und wird auch nie wieder genau so kommen. Diese Einzigartigkeit wertzuschätzen, das ist Würde, das ist Liebe!

Diese Würde und diese Liebe lassen sich nicht kategorisieren. Jetzt mögen wir Dinge in eine Schublade stecken wollen. Das mag ja manchmal gut sein, doch ist es auch hier der Fall, ist es auch hier gut? Wenn wir etwas in eine Schublade stecken, haben wir vorher einen Vergleich angestellt. Dieser Vergleich kam durch eine Bewertung zustande. Durch Bewertungen verwerten wir. Würde und Liebe lassen sich jedoch nicht bewerten und auch nicht verwerten. Sie sind rein und frei.

Über diese Freiheit und Reinheit können wir staunen. Die Feldenkrais Methode hat mich das Staunen gelernt. Es glich am Anfang wie einem Wunder. Manchmal wurde etwas während einer Lektion ausgelöst. Tränen entstanden. Aus Freude! Aus dem Staunen heraus! Das Staunen auf dem Weg nach innen.

Der Mensch ist wie ein Wunder. Er ist auch, was er aus sich macht, mal mehr, mal weniger. Kinder machen noch viel selbst. Und sie staunen darüber. Es gleicht einem Wunder.

Kinder staunen. Und Sie?

Artikel als PDF