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veröffentlicht am: 21. Januar 2019

Feldenkrais kann es sein, muss es aber nicht

Die einzig wirklichen Grenzen sind jene, welche wir uns selbst setzen. Ich hatte bis jetzt mehrmals das Glück, Menschen zu treffen, welche von der Feldenkrais Methode weder überzeugt sind, noch in einer Stimmung zu jener Zeit waren, keine Kritik über diese Methode zu äußern. Sie meinten, das wäre alles Quatsch und das nach circa drei Versuchen bzw. keinen einzigsten Versuch. Ich frage, ob es möglich ist, über eine Methode sprechen zu können, welche man nur vom Hören-Sagen kennt? Ich gehe von einem Nein aus. Außerdem denke ich, dass solche Aussagen viel mit Meinung, Glauben und Selbstwertgefühl zu tun haben.

Schicksal oder Selbststeuerung

Glaubt ein Mensch daran, sein Leben selbst im Griff zu haben oder, glaubt er an ein äußeres Schicksal? Die Wahl zwischen den beiden genannten Optionen macht einen sehr großen Unterschied. Wählt ein Mensch das Erste sprechen wir von einer internalen Kontrollüberzeugung, wohingegen das Zweite eine externale Kontrollüberzeugung darstellt. Viele Menschen glauben, dass ihre Arthrose oder ihr Bandscheibenvorfall eine nicht aufzuhaltende Begleiterscheinung des Alterns ist. Man könnte dies als eine externale Kontrollüberzeugung sehen, als ein Abgeben der Selbstverantwortung, oder als ein Nichtwissen, das nicht zuträgliche Bewegungen in der Summe über die Jahre zu degenerativen Erscheinungen führen. Menschen, welche Feldenkrais ausüben, und das vielleicht schon seit längerem, merken, dass sie in ihren Gelenken weniger Druck haben. Nicht zuträgliche Bewegungen werden durch Feldenkrais Übungen minimiert, d.h. ich benutze alle Gelenke in meinem Körper gleichmäßiger ohne bestimmte Gelenke zu sehr zu beanspruchen.

Wirksam ist, wer konsequent und kompetent am Ball bleibt

Albert Bandura kommt mit seinem Konstrukt der Selbstwirksamkeitserwartung der Sache sehr nahe. Bei diesem Konstrukt handelt es sich um die Einschätzung der Effektivität der eigenen Handlungen. Die Erwartungen werden dabei in zwei Komponenten unterteilt, in eine Konsequenzerwartung und eine Kompetenzerwartung. Ich könnte mich zum Beispiel fragen, ob Feldenkrais zur dauerhaften Schmerzlinderung führt. Dies stellt die Konsequenzerwartung dar. Wenn ich der Überzeugung bin, dass ich selbst in der Lage bin regelmäßig Feldenkrais auszuüben, sprechen wir von der Kompetenzerwartung. Wichtig ist hierbei, beide Erwartungen positiv zu bewerten, um dauerhaft die Selbstwirksamkeit zu erhöhen.

Hoffnung als letzte Instanz

Jetzt mag jemand einbringen, das er weder internal überzeugt ist, noch die Konsequenzen seiner eigenen Handlungen als positiv bewertet. Hoffnung beruht darin, sowohl den Willen als auch die Möglichkeit zu besitzen, seine Ziele zu erreichen. Mit der Feldenkrais Methode arbeitet ein Mensch daran, mehrere Wege kennenzulernen, um ein Ziel zu erreichen. Das Ziel könnte hier darin bestehen, vom Boden aufzustehen. Dies stellt für jemanden mit sehr starken Rückenschmerzen eine wahre Herausforderung dar. Mehrere Weg zu kennen und auch nutzen zu können, könnte man hier als Hoffnung bezeichnen.

„Last but not least“, mit den Worten von Moshé Feldenkrais. Etwas ist nicht per se gut oder schlecht, sondern wird es erst mit der Anwendung. Egal ob Pilates, Yoga oder Feldenkrais, es muss gut für das Individuum sein. Alles andere hat keinen Wert! Dazu noch eine kurze Audio.

 

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