Feldenkrais Nürnberg Christian Rabhansl

Feldenkrais Gruppenarbeit

In der Gruppenarbeit durchlaufen mehrere Personen in einer forschenden und dennoch spielerischen Art und Weise von mir verbal vorgegebene Bewegungsanweisungen. Wir versuchen hierbei die Anstrengung oder Muskelkraft auf ein Minimum zu reduzieren. Dies tun wir, in dem wir herausfinden, welche der vorgeschlagenen Optionen, die für uns einfachste ist. Wir arbeiten hier lösungsorientiert, d.h. jeder Teilnehmer findet hier die für ihn passendste Lösung.

Ablauf der Feldenkrais Gruppenarbeit:

  • Nach einer Vorstellungsrunde sprechen wir kurz über den allgemeinen Zustand der Teilnehmer und darüber, ob jemand bestimmte Positionen nicht einnehmen kann oder bestimmte Bewegungen nur unter größten Schmerzen durchführen kann.
  • Wir starten dann die Gruppenarbeit mit aufmerksamen Laufen durch den Raum. Hierbei achten wir auf bestimmte Körperregionen im Speziellen und auf das Gesamtbild des Laufens im Generellen. Die Teilnehmer machen sich hier ein erstes Bild “WIE” sie laufen. Dieses Bild benötigen sie am Ende der Arbeit noch einmal.
  • Nach dem Laufen legen wir uns auf den Rücken und machen einen sogenannten Körperscan. Wir nehmen hierbei wahr, wie viel und welche Teile unseres Körpers “WIE” am Boden aufliegen. Dieser erste Körperscan vermittelt den Teilnehmern ein sehr gutes Bild ihres aktuellen Grades der Entspannung. Mögliche Fragen hier wären: “Wie groß ist der Raum zwischen dem Boden und euren unteren Rücken? Könntet ihr eure komplette Hand oder nur die Fingerspitze unter den Rücken schieben?
  • Dann startet die Gruppenarbeit mit einer Referenzbewegung. Bei dieser Referenzbewegung wird festgestellt, wie leicht eine Bewegung durchzuführen ist. Wir testen hier unseren angenehmen Bewegungsspielraum. Diese Referenzbewegung ist sehr wichtig und zeigt uns im kleinen Rahmen Verspannungen oder “blinde Flecken” der Bewegung an. Blinde Flecken sind Teile der Bewegung, die uns nicht wirklich bewusst sind.
  • Nun startet die eigentliche Gruppenarbeit. Diese kann am Boden liegend, in Rücken-, Seit-, oder Bauchlage durchgeführt werden. Manchmal aber auch im Sitzen, im Knien oder im Stehen. Vorwiegend werden langsame und kleine Bewegungen durchgeführt. Es gibt jedoch auch Bewegungen, die schneller und in einem größeren Bewegungspielraum stattfinden. Während der eigentlichen Gruppenarbeit machen wir mehrere Pausen zwischen den einzelnen Bewegungssequenzen. Die Pausen dienen dazu, dem Nervensystem eine kurze Erholungszeit zu ermöglichen, damit wir zum einen Neuerungen in der Bewegung gleich integrieren können und zum anderen, damit wir erholt sind für die nächste Bewegungssequenz. Es ist den Teilnehmern auch erlaubt, eigenständige Pausen einzulegen. Dies fällt unter das Konzept Selbst-Regulation.
  • Nach dem Ende der Gruppenarbeit führen wir die Referenzbewegung nochmals durch und vergleichen diese mit der Referenzbewegung am Anfang. Mögliche Fragen hier wären: Ist die Bewegung leichter geworden? Hat sich der angenehme Bewegungsspielraum vergrößert?
  • Ein weiterer Körperscan folgt nun nach der Referenzbewegung. Die Teilnehmer schauen wieder darauf, wie sie nun Bodenkontakt haben und welche Körperteile „WIE“ am Boden aufliegen. Die Atmung kann sich zum Schluss der Gruppenarbeit komplett geändert haben, aufgrund der nichtinvasiven, langsamen und achtsamen Bewegungen.
  • Abschließend laufen wir noch einmal durch den Raum und vergleichen das jetzige Gesamtbild des Laufens mit dem Gesamtbild, das wir zu Beginn der Gruppenarbeit gemacht haben. Wir achten beim Laufen auch auf gewisse spezielle Punkte, auf die wir am Anfang geachtet haben und vergleichen, ob es hier zu einer Veränderung kam.
  • Eine kurzes Feedback folgt am Ende. Natürlich nur wenn gewünscht. Nun hat jeder die Chance die neu erworbene Organisation der Bewegungen sofort im Alltag zu erleben.