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veröffentlicht am: 9. März 2018

Entspannte Aufrichtung

Dieser Artikel beinhaltet eine Audiolektion, welche sich am Ende des Artikels befindet. Bitte lese Dir dazu zuerst den Artikel komplett durch, um einen Einblick und ein höheres Verständnis zu bekommen. Im Anschluss wünsche ich viel Erfolg, Spaß und neue Erkenntnisse mit der Audiolektion.

Ich erinnere mich an die Zeit in Seattle mit Angel Di Benedetto und Richard Corbeil. Wir waren alle zusammen in der St. Edwards School, um von früh bis abends Feldenkrais zu lernen. Am Abend saß ich oft in der Universität Bastyr und ließ das Gesagte Revue passieren. Manchmal nahm ich einen Spaziergang durch den wunderschönen St. Edwards Park. Manche Abende schrieb ich meine Gedanken auf, in eine Art Tagebuch. Hier ist ein Auszug meiner damaligen Erfahrungen und Gedanken:

Der Artikel hieß “posture like a bamboo” – Haltung wie ein Bambus

Der Körper repräsentiert den Geist. In anderen Worten, wenn du wissen möchtest, welche Gedanken eine Person haben könnte, beobachte deren Körper, deren Haltung, deren Bewegung. Die Eindrücke, welche du daraus erhältst sind nicht statisch. Die Haltung nimmt eine Person jeden Tag mit, somit wird diese Haltung zu etwas Gelebten, zu “acture”. Acture ist die englische Erweiterung des Wortes “posture”. Du kannst es auch so lesen. “Posture in action” – Haltung in Bewegung. Diese Haltung ist dynamisch. Sie ändert sich mit der mentalen Einstellung und unterliegt einem konstanten Fluß. Du kannst niemals in den gleichen Fluß steigen, da dieser sich immer ändert. Vielleicht kennst du den Spruch, der ist von Heraklit. Der Geist kann dem Körper helfen mehr zu fließen und der Körper kann dem Geiste helfen mehr bei sich zu sein.

Wie nimmst du die Welt war? Wie siehst du dich selbst? Wie schaffst du deinen Tag und was hat Haltung damit zu tun? Die Art und Weise, wie du morgens aufstehst, wie du denkst, welche Gefühle du verkörperst, werden mehr oder weniger bestimmen, wie du dich bewegst, auch wie du dich hältst. Die Haltung offenbart bis zu einem gewissen Grad, welches genetisches und soziales Erbe du mit Dir herumträgst. Mabel Todd schrieb einst:

„The postural pattern is that of many small parts moving definite distances in space, in a scheme perfectly timed, and with the exact amount of effort necessary to support the individual weights, and to cover the time-space-movement.”

Das hört sich sehr dynamisch an, Haltung als eine sich immer ändernde Eigenschaft vom Menschsein. Moshé Feldenkrais betrachtete eine gute Haltung als die Fähigkeit jederzeit und in jede gewünschte Richtung mit einem Minimum an muskulärer Kraft eine Bewegung initiieren zu können. Das könnte bedeuten, das jeder Wirbelkörper mit dem nächst liegenden optimal ausgerichtet ist. Dies macht es Dir einfach, Dich fortzubewegen. Schau Dir mal dazu folgendes Bild an.

 

Diese Steine sind optimal zueinander ausgerichtet. Die Kraftlinie von oben nach unten verläuft vertikal zum Untergrund. Mache die Erdanziehungskraft zu deinem Freund. Da du jetzt natürlich nicht wie dieser Stein bist, und auch nicht wie ein Bambus, stelle Dir trotzdem mal vor, dass deine Wirbelsäule wie ein Bambusbaum ist. Stelle Dich dazu hin und stelle Dir einfach vor, das ein Wind von einer Seite, links, rechts, vorne oder hinten kommt. Du gibst diesem Wind ganz leicht nach. Du schmiegst dich dem Wind an, gehst mit dem Wind mit und kommst dann wieder zurück zur Mitte. Nun kommt der Wind von einer anderen Seite und du schmiegst dich wieder an. Mache dies ein paar Mal und achte darauf, in welchen Körperbereichen Dir diese Bewegung leicht fällt und wo du eventuell eine Blockade spürst. Merke Dir bitte deine Empfindungen, laufe gegebenfalls ein wenig durch das Zimmer und achte darauf wie groß du dir beim Laufen vorkommst und wie leicht du läufst.

Nachdem du dies getan hast, lege Dich bitte auf den Fußboden, evt. mit einer Feldenkrais-, oder Yogamatte als Unterlage und mache die folgende kurze Lektion. Ich habe für mich festgestellt, das mir diese Lektion ungemein hilft, größer, leichter und agiler zu werden. Viel Spaß damit.

 

 

Nach der Lektion laufe erneut durch das Zimmer und achte auf deine Größe und die Art und Weise wie du läufst. Bleibe auch mal stehen und stelle Dir wieder vor, du wärst der besagte Bambus und gibst dem Wind nach. Was spürst du? Ich freue mich über Deine Kommentare.

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