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veröffentlicht am: 22. Februar 2017

Das Prinzip Leichtigkeit

Dieser Artikel widmet sich dem Feldenkrais Prinzip „Abwesenheit von Anstrengung“. Das Prinzip lässt sich am besten mit Leichtigkeit übersetzen. Wir versuchen die Kraft, die wir für eine bestimmte Bewegung aufwenden, gleichmäßig über den ganzen Körper/Gelenke/Muskelgruppen zu verteilen. Durch kleine und langsame Bewegungen versuchen wir Unterschiede in unseren Bewegungen festzustellen. Wir möchten wahrnehmen, welche Körperregionen wir stark benutzen, und welche wir eventuell gar nicht benutzen, um dies in Zukunft zu ändern. “Weniger ist mehr” ist die Richtschnur, denn je weniger wir tun, desto mehr können wir kleine Unterschiede wahrnehmen. Durch diese Differenzierung lernen wir uns mehr und mehr kennen.

Spannungen minimieren

Jede Sekunde unserer Vergangenheit bestimmt den gegenwärtigen Moment. Kennen Sie das Gefühl, Sie wachen morgens auf, steigen aus dem Bett und es fällt Ihnen sehr schwer sich aufrecht zu halten, bzw. sich zu bücken oder zu drehen? Sie fühlen sich steif. Erholen wir uns nicht während des Schlafs und wachen energiegeladen auf, ohne Verspannungen und dergleichen? Vielleicht hat es damit zu tun, wie wir schlafen, oder, vielleicht hat es damit zu tun, wie wir den Tag bzw. die Tage zuvor gelebt haben?

Aus der Feldenkrais Arbeit wissen wir, dass eine Minimierung von unnötiger Spannung zu einer Minimierung von Beschränkungen führen kann. Manchmal ist es hilfreich, sich den Spannungen einfach hinzugeben. So führt Moshé Feldenkrais folgendes Beispiel an. Wenn wir uns im Stehen nach vorne beugen und dann warten bis wir einen Impuls verspüren wieder nach oben zu kommen, geben wir einem Bedürfnis unseres Organismus nach, nämlich dem Bedürfnis aufzugeben, zu kollabieren. In dem wir uns nach vorne beugen, kann das Nervensystem eine Pause einlegen von seiner fortwährenden Resistenz zu kollabieren. Erst wenn wir lernen nachzugeben, also unseren Streckermuskeln eine Pause gönnen, können wir uns danach wieder mit der Aufrichtung beschäftigen.

Eine gute Organisation

Ein gut organisierter Körper organisiert sich ja grundsätzlich selbst, so dass er nicht unnötig Energie aufwenden muss, um aufrecht zu stehen. Die gut organisierte Haltung besagt, das wir alleine durch das Skelett aufrecht stehen und nur ein Minimum an neuro-muskulärer Arbeit benötigen. Die wahre Energie wird dafür gebraucht, diesen Körper von A nach B durch den Raum zu transportieren. Indem wir ein inneres Gefühl von besserer Selbstorganisation entwickeln, lernen wir ein Gleichgewicht herzustellen. Dieses Gleichgewicht besteht zwischen dem Aufwand den wir brauchen, um uns gegen die Schwerkraft aufzurichten und der investierten Energie/Kraft. Wir erleben ein Gefühl der Leichtigkeit. Jede Abweichung von der vertikalen Aufrichtung stellt eine Störung dar, welche einst eine Kompensation war und nun zur biologischen Notwendigkeit wurde. Aus diesem Grund müssen wir immer den kompletten neuro-muskulo-skeletallen Körper in Betracht ziehen. Der Versuch dabei nur einen Teil zu ändern, hinterlässt Spuren in der komplexen Konstellation von Abweichungen von der vertikalen Aufrichtung. Eine Abweichung im derzeitigen Moment von der vertikalen Aufrichtung hat immer eine lange Geschichte und ist nicht über Nacht entstanden.

Ein Video zum Abschluss

Moshé Feldenkrais sagte einst, man solle das Unmögliche möglich machen, das Mögliche leicht und das Leichte elegant. Schauen Sie sich hierzu folgendes Video an und lassen Sie sich inspirieren. Vielleicht sagt dieses Video mehr über die Feldenkrais Methode aus als tausend Worte.

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