Lesezeit: 4 Minuten


veröffentlicht am: 15. Oktober 2017

Bessere Zusammenarbeit zwischen Vision und Propriozeption

Dieser Artikel beinhaltet eine Audiolektion, welche sich am Ende des Artikels befindet. Bitte lese Dir dazu zuerst den Artikel komplett durch, um einen Einblick und ein höheres Verständnis zu bekommen. Im Anschluss wünsche ich viel Erfolg, Spaß und neue Erkenntnisse mit der Audiolektion.

Im Artikel “Parasitäre Handlungen” schrieb ich als Abschluss folgende Zeilen:

“Beobachte aufmerksam deine Bewegungsgewohnheiten.
Werde Dir deiner Lücken in der Koordination bewusst und verbessere sie.
Dieser Prozess führt zu einer verbesserten Koordination und schließlich zur Eliminierung von Schmerz.”

Was ist denn eigentlich Koordination?

Ich soll mir also der Lücken in meiner Koordination bewusst werden. Was ist nun Koordination? Du hast das Wort Koordination bestimmt schon einmal in Verbindung mit Sport bzw. Fitness gehört. Koordination ist neben Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität und Ausdauer eine von den fünf Fähigkeiten in der Sportmotorik. Koordination ist also eine wichtige Fähigkeit im Sport. Doch auch darüber hinaus ist sie bedeutend wichtig. Gut koordinierte Bewegungsabläufe gibt es nicht nur im Leistungssport sondern auch im ganz normalen Alltag:

  • Angefangen vom Aufstehen im halbmüden Zustand nur weil jetzt der Wecker klingelt. Der Weg in die Küche, das Zubereiten des morgendlichen Kaffee´s. Das erfordert Koordination.
  • Dann fängt der Tag an, entweder als Briefträger, Gärtner, Musiker oder Tanzlehrer. Alles Tätigkeiten, welche ein gewisses Maß an Koordinationsfähigkeit benötigt.
  • Andere wiederum toben sich in der Kletterhalle aus, tanzen, machen irgendeine Form von Bewegung. Alles Koordination.

Koordination kann auch als das Zusammenspiel mehrerer Systeme verstanden werden. Diese Systeme sind unter anderem das Nervensystem, die Muskulatur und die verschiedenen Sinne. Kurt Meinel und Günter Schnabel, beides Koryphäen in Wissenschaft, Sport und Pädagogik, definieren Koordination als das Zusammenspiel von mehreren Fähigkeiten:

  • Differenzierungsfähigkeit
  • Orientierungsfähigkeit
  • Rhythmisierungsfähigkeit
  • Kopplungsfähigkeit
  • Reaktionsfähigkeit
  • Umstellungsfähigkeit
  • Gleichgewichtsfähigkeit

Dies waren erst einmal ein paar einleitende Worte zum Thema Koordination.

Vision und Propriozeption

Die Überschrift des Artikels beinhaltet die Wörter Vision und Propriozeption. Was genau bedeuten diese beiden Wörter? Das Wort Vision bezieht sich auf das Visuelle System. Dieses System ist dafür zuständig die Lage von Objekten im Raum in Beziehung zum eigenen Körper wahrzunehmen. Das visuelle System ist also für das Sehen zuständig. Dieses Sehen kann in peripheres und foveales Sehen unterteilt werden. Der Unterschied liegt in der Form der visuellen Wahrnehmung. Das foveale Sehen ist zuständig für die kleinen Details, detailierte Farbwahrnehmung. Du kannst es Dir wie eine Lupe vorstellen, welche einen gewissen Ausschnitt sehr scharf und detailgetreu wahrnimmt. Im Gegensatz dazu gibt es das periphere Sehen was auf grundlegende Farb-, und Lichtunterschiede, Formen und Bewegung ausgelegt ist.

Dazu kannst du folgenden kurzen Test machen. Im Park, oder vor deiner Haustür, fokussiere deinen Blick auf ein Detail (z.B. einen Ast eines Baumes, eine Mülltonne, ein Straßenlicht). Stelle den Blick scharf und nehme dieses Detail ganz genau wahr. Dies wäre foveales Sehen. Alles andere außen herum, was auch in Deiner Wahrnehmung auftaucht, jedoch mehr oder weniger verschwommen ist, wäre peripheres Sehen.

Dann erwähnte ich die Propriozeption. Dazu gehört das vestibuläre System im Innenohr, die taktilen Rezeptoren auf der Haut und die kinesthetischen Rezeptoren, die Muskeln. Dieses Systeme sind zuständig für die Eigenempfindung, also die Wahrnehmung unseres Körpers in der Bewegung und die Lage der einzelnen Körperteile zueinander im Raum.

Mache dazu einen kleinen Test. Stelle dich barfuß, circa hüftbreit auf den Boden, schließe beide Augen und nehme deine Körperbewegungen wahr. Hebe nun langsam einen Fuß vom Boden weg, so dass du nur noch auf einem Bein balancierst. Wie lange schaffst du es dein Gleichgewicht zu halten, ohne dabei die Augen zu öffnen?

Was kann ich von dieser Audiolektion erwarten?

Ich erwähnte vorher den Unterschied zwischen fovealen und peripheren Sehen. Bitte achte nach der Lektion darauf, ob Dir irgendwelche Änderungen im peripheren Sehen auffallen (zweiter Punkt). Darüber hinaus kann diese Lektion zu folgenden Verbesserungen führen:

  • Verbesserung des Visuellen Systems, d.h. eine verbesserte visuelle Wahrnehmung von Objekten im Raum im Bezug zum eigenen Körper. Dies ist sehr wichtig für gut koordinierte Handlungen.
  • Verbesserung des Visuellen Systems, speziell der Farbwahrnehmung im Detail (foveales Sehen) und in der Ferne (peripheres Sehen).
  • Verbesserung von beidäugigen Sehen (Binokularsehen), d.h. Verbesserung von sensorischen und motorischen Aspekten des gemeinsamen Sehens von rechtem und linkem Auge.
  • Verbesserung der Koordination, im Speziellen der Orientierungsfähigkeit, d.h. du kannst die Lage deines eigenen Körpers im Raum besser wahrnehmen.
  • Verbesserung Differenzierungsfähigkeit, d.h. du entwickelst eine höhere Sensibilität bezüglich deiner Bewegungskoordination. Je differenzierter du deine Bewegungen wahrnimmst, desto differenzierter kannst du auch lernen diese zu verbessern.
  • Verbesserung des Gleichgewichts bezüglich des Vestibularapparats, d.h. alle dynamischen, großräumischen Lageveränderungen und Drehbewegungen verbessern sich. Du arbeitest hierbei am dynamischen Gleichgewicht.
  • Verbesserung des Gleichgewichts bezüglich der Kinästhesie. Dies spricht ruhige, langsame Bewegungen an, also Millimeterarbeit.
  • Verbesserung deines körperlichen neuromuskulären Entspannungszustands aufgrund einer verbesserten Augen-Körper-Koordination.

Nun zur Audiolektion

Bevor du die Lektion startest, gibt es noch einige Schritte zu erledigen:

  1. Gehe mal bitte zur Wohnungstür und schaue durch das Guckloch. Welches Auge hast du genommen? Dieses Auge ist dein dominantes Auge. Merke Dir dies bitte.
  2. Schaue Dir auch folgendes Bild an. Auf dem Bild siehst du einen Besen, den ich so befestigt habe, das er locker auf dieser Erhöhung stehen kann.
  3. Das obere Ende des Besenstiels sollte ungefähr unter Augenhöhe liegen.
    Der Besen befindet sich 60 cm von der Wand entfernt.
    Du stehst 1,50 Meter vom Besenstiel entfernt. Markiere Dir den Platz, damit du auch immer an der gleichen Stelle stehst.
  4. Außerdem brauchst du eine Augenbinde, oder etwas ähnliches, um ein Auge zu bedecken.
  5. Es wäre vorteilhaft für die Zeit der Audiolektion gewisse Störfaktoren, z.B. Telefon, auf leise zu stellen.

Für die Audiolektion, klicke bitte auf PLAY:

Wenn du diese Lektion gemacht hast, kannst du beim nächsten Mal gerne die Distanz zum Besenstiel von 1,50 Meter auf 1,70 oder 1,90 Meter ändern. Ändere eine Variable und mache die gleiche Lektion noch einmal. Beobachte, was dies mit Dir und Deiner Organisation tut. Durch diese genauen Beobachtungen der Änderungen und das Erkennen der fehlenden Übereinstimmungen von Wahrnehmung und Realität manifestierst du das Gelernte im Nervensystem. Nun kannst du auf einen höheren visuellen und kinesthetischen Level funktionieren. In anderen Worten, das Leben gewinnt an Qualität.

Ich freue mich über Fragen und Kommentare über Deine Erfahrungen mit der Lektion und den Sinnesempfindungen danach.

Verwendete Quellen:
Hans-Werner34 at English Wikipedia [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)

Keine Kommentare

Einen Kommentar abgeben

Alle Beiträge

Kategorien

Newsletter

Ihnen gefallen die Artikel. Im Newsletter halte ich Sie imer auf dem Laufenden.

Ihre E-Mail wird persönlich behandelt und nicht weitergegeben.